Die Rechtsstreitigkeiten der Krefelder Fressnapf-Mitarbeiter schlagen hohe Wellen. Der DGB übt scharfe Kritik.

Firmenzentrale von Fressnapf
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Archiv Andreas Bischof

Firmenzentrale von Fressnapf

Krefeld. Die Rechtsstreitigkeiten der Krefelder Fressnapf-Mitarbeiter schlagen hohe Wellen. Der Redaktion wurde aus mehreren Quellen bestätigt, dass fünf Mitarbeiter am 23. März eine fristlose Kündigung im Briefkasten hatten, nachdem es wenige Tage zuvor eine Versammlung von 17 Fessnapf-Kollegen in einem auswärtigen Ladenlokal gegeben hatte. Grund der Zusammenkunft, die von eben jenen Fünf organisiert worden war: die Gründung eines Betriebsrats und der Eintritt in die Gewerkschaft. Die ausstehenden März-Gehälter sind dem Vernehmen nach bis heute nicht ausgezahlt.

Dafür gibt es mehrere Termine vor dem Arbeitsgericht. Fressnapf verbindet die Zahlung einer Abfindung offensichtlich mit der Verpflichtung der ehemaligen Angestellten, die Behauptung zurückzuziehen, dass Betriebsratsaktivitäten der Grund der Kündigungen sind. In mindestens einem Fall ist das bislang so geschehen.

Konzern kämpft mit harten Bandagen

Fressnapf kämpft mit harten Bandagen. Erst in der vergangenen Woche wurde öffentlich, dass einer der fünf Gefeuerten, dem bislang mit unterschiedlichen Begründungen nicht beizukommen war, eine dritte fristlose Kündigung erhalten hatte. Begründung diesmal: Initiierung der Presseberichterstattung in der Westdeutschen Zeitung. Diesen Vorwurf indes konnte die Redaktion widerlegen, weshalb sich der Konzern in diesem Fall neu sortieren will.

DGB-Chef Ralf Köpke findet das Vorgehen von Fressnapf ungeheuerlich: „Wenn ein Weltkonzern wie Fressnapf nach einem Treffen, wo es um die Gründung eines Betriebsrates ging, den fünf Organisatoren zeitgleich fristlos kündigt, dann scheint es doch offensichtlich, dass bei diesem Unternehmen das Verständnis von Demokratie und Mitbestimmung am Werkstor endet. Man könnte diesen Prozess auch als Erdoganisierung bezeichnen.“

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