Die Diakonie hat in zehn Jahren 1180 Schuldner beraten. Drei Betroffene berichten.

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Das liebe Geld bereit immer mehr Krefeldern Sorgen.

Das liebe Geld bereit immer mehr Krefeldern Sorgen.

dpa

Das liebe Geld bereit immer mehr Krefeldern Sorgen.

Krefeld. Wenn die Schuldzinsen schneller wachsen als die Schulden abnehmen, wird es sehr ernst. 1180 Krefelder haben in den vergangenen zehn Jahren die Verbraucherinsolvenzberatung der Diakonie in Anspruch genommen, um nach einer harten Prozedur von etwa sechs Jahren wieder auf die Beine zu kommen. Die Experten rechnen als Folge der Wirtschafts- und Bankenkrise mit ansteigenden Zahlen.

Ramon Gorostiaga (44) zum Beispiel kam wegen Forderungen einer Bank in Höhe von fast 50000 Euro zur Diakonie: Die Bank hatte immer wieder seinen Dispokredit erhöht. Christiane Mahr, Insolvenzexpertin bei der Diakonie, hat es geschafft, den Klienten nach außergerichtlichen Einigungsversuchen und einem Schuldenbereinigungsplan von der Last zu befreien.

Aloisia Thümler (41) erlebte nicht nur eine finanzielle Misere, sondern eine enttäuschte Liebe: Ihr Partner gab Bestellungen auf ihren Namen und mit ihrer Unterschrift auf, fing die Mahnpost ab und ließ schließlich die Vollstreckung auf sie anlaufen. Diakonie-Berater Friedel Zenke blieb nur der Rat zur Verbraucherinsolvenz. Die beiden haben es geschafft, Aloisia Thümler hat einen Stelle und keine Gläubiger mehr.

Renate Krieger (54) hatte Pech im Geschäft. Als ein Feuer einen Teil ihres Fotolabors zerstörte, war die Zahlungsunfähigkeit erreicht. Ein Berater gab ihr den Tipp, die Forderungen von der GmbH auf sich zu transferieren. "Das war dann die letzte der vielen falschen Entscheidungen", bedauert sie den Schritt, der ihr persönliches Minus auf rund 100000 D-Mark anwachsen ließ.

Bis zu 24000 Krefelder sind überschuldet

Allein in diesem Jahr haben 59 Krefelder mit Hilfe der Diakonie den Antrag auf Verbraucherinsolvenz gestellt. Derzeit sind in Krefeld zwischen 9000 und 12000 Haushalte mit bis zu 24000 Menschen überschuldet.

Auch andere Sozialverbände wie die Sozialdienste katholische Frauen und Männer und auch die Verbraucherberatung bieten Schulderberatungen an. Die Diakonie ist auf Insolvenzverfahren spezialisiert.

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