70 Prozent der Kinder sind altersgemäß bis überdurchschnittlich entwickelt. An Ausdauer und Kraft aber fehlt es ihnen.

Krefelds Grundschulkinder sind laut einem Test, an dem 1041 Kinder teilnahmen, motorisch gut entwickelt.
Krefelds Grundschulkinder sind laut einem Test, an dem 1041 Kinder teilnahmen, motorisch gut entwickelt.

Krefelds Grundschulkinder sind laut einem Test, an dem 1041 Kinder teilnahmen, motorisch gut entwickelt.

Hendrik Schmidt dpa/lnw

Krefelds Grundschulkinder sind laut einem Test, an dem 1041 Kinder teilnahmen, motorisch gut entwickelt.

Krefeld. Krefelds Grundschulkinder sind motorisch gut entwickelt. Das ist das Ergebnis eines im vergangenen Jahr erhobenen Tests, an dem 1041 Kinder von 17 der insgesamt 28 Grundschulen der Stadt teilgenommen haben.

70 Prozent der getesteten Kinder weisen einen altergemäßen bis überdurchschnittlichen Entwicklungsstand auf. Erkennbare Mängel dokumentierten die Tests bei der Ausdauerleistungsfähigkeit, der Kraft und Körperspannung. Bei 40 Prozent der Kinder ist die Ausdauer unter dem altersgemäßen Entwicklungsstand, bei der Aktionsschnelligkeit liegt er bei 35 Prozent. Immerhin 40 Prozent der Kinder können bei einer Rumpfbeuge, eine Messung der Beweglichkeit, mit ihren Fingern die Fußsohlen nicht erreichen. Signifikant sind sozialräumliche Unterschiede. Die Ergebnisse stellte gestern der Leiter des Fachbereichs Schule, Jürgen Maas, vor. Am Abend wurden sie im Schulausschuss präsentiert. Als Vergleichgröße liegen die Zahlen der bundesweit erhobenen Kiggs-Studie aus dem Jahr 2006 zugrunde.

Jürgen Maas: Wir haben ein sehr gutes und eingespieltes Netzwerk

Maas ist zufrieden mit dem Ergebnis. Er wertet es als konsequente Weiterentwicklung des 2012 aufgelegten Programms „Check!-speed4“, das 2015 auslief. Maas: „Wir konnten dadurch etwas vorzeigen und erhielten die Förderung.“ Die Stadt und der Stadtsportbund beteiligen sich seither am Landesprogramm KommSport mit dem Ziel, Kindern auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Sportangebote – möglichst in einem Sportverein – anzubieten. Zentrales Anliegen ist, die individuelle und ganzheitliche Förderung der Grundschüler auf Basis des motorischen Tests für NRW. Maas sagt: „Das Programm ist optimal, weil es in den Tests breiter angelegt ist und ein Re-Test nach zwei Jahren durchgeführt wird. Dazu haben wir ein sehr gutes und eingespieltes Netzwerk.“ Außerdem erhält die Stadt finanzielle Unterstützung vom Land.

In 2015 waren es 6000 Euro, für 2016 sind sogar 7000 Euro in Aussicht gestellt. Jutta Zimmermann, die das Projekt für die Sportjugend im Stadtsportbund betreut, sagt: „Das ist ein Batzen Geld für uns.“ Legt man kosten von rund 400 Euro für einen Förderkurs zugrunde, wird die Dimension der Unterstützung deutlich. 17 Angebote können so alleine durch die Landesmittel angeboten werden.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Universität Duisburg-Essen. Projektleiter Dr. Dirk Hoffmann bewertet die Förderung der Kinder im Schulbetrieb als schwierig, weil es kaum Möglichkeiten der Differenzierung aufgrund des Klassenverbands gäbe. „Da kommen dann die Vereine ins Spiel, die diese Aufgabe effizienter leisten können. Es ist wichtig, kein Kind zurückzulassen.“

Jungs machen Mannschaftssport, Mädchen Individualsportarten

Deutliche Unterschiede existieren zwischen Jungen und Mädchen im Sportartenprofil. Jungs präferieren eindeutig Mannschaftssportarten, allen voran Fußball, vor Schwimmen und Kampfsport. Krefelds Mädchen bevorzugen ein differenziertes Sportprofil, nutzen eher Individualsportarten wie Turnen, Tanzen oder Schwimmen. 49 Prozent aller getesteten Kinder sind in einem Sportverein aktiv. Je nach Schulstandort allerdings schwankt der Prozentsatz erheblich – zwischen zehn und 80 Prozent.

Getestet wurde auch die Schwimmfähigkeit der Grundschüler. 39 Prozent können Schwimmen, ehe in der 2. Klasse das Schulschwimmen angeboten wird. Immerhin müssen sie dafür 25 Meter durchs Becken schwimmen. 32 Prozent haben sogar ein höheres Schwimmvermögen mit Bronze-, Silber- oder Gold-Abzeichen. Auch hier sind übers Stadtgebiet Unterschiede in den Sozialräumen erkennbar – von sieben bis 80 Prozent.

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