Die Fahrzeughändler profitieren vom wachsenden Interesse für Neu- und Jahreswagen.

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Andreas Essers vom gleichnamigen Daihatsu-Autohaus sagt: „Wir können nur gewinnen.“

Andreas Essers vom gleichnamigen Daihatsu-Autohaus sagt: „Wir können nur gewinnen.“

Andreas Bischof

Andreas Essers vom gleichnamigen Daihatsu-Autohaus sagt: „Wir können nur gewinnen.“

Krefeld. Die Autohäuser in Krefeld profitieren von der Umweltprämie der Bundesregierung. Das lässt sich jetzt schon sagen, obwohl die exakten Rahmenbedingungen der Aktion noch nicht bekannt sind.

Die Prämie in Höhe von 2500 Euro soll für die Verschrottung eines mindestens neun Jahre alten Autos gezahlt werden, wenn gleichzeitig ein Neu- oder Jahreswagen gekauft wird.

"Bei uns finden am Tag mindestens fünf Verkaufsgespräche mehr statt als vor der Bekanntgabe der Prämie", sagt Norbert Steudner, Verkaufsleiter beim Autohaus Borgmann an der Blumentalstraße, das Volkswagen und Audi vertreibt.

Steudner ist überzeugt, dass die Prämie ein voller Erfolg wird: "Da hat sich einer was bei gedacht. Mit der Summe kann man als Käufer schon etwas anfangen und entlastet zudem noch die Umwelt."

Wer sich jetzt für einen Neuwagen entscheidet, der kommt darüber hinaus in den Genuss eines weiteren Preisvorteils, da die Händler ohnehin günstige Konditionen anbieten, um die Verkaufszahlen anzukurbeln. "Bei uns sind das im Durchschnitt 2500 Euro", sagt Steubner.

Die Händler führen bis zu zehn Verkaufsgespräche mehr

Derzeit sind in Krefeld 103 365 Pkw zugelassen (Stichtag 19. Januar). Davon sind genau 41 222 Fahrzeuge neun Jahre oder älter. Das entspricht etwa 40 Prozent des Gesamtaufkommens.

"Das Durchschnittsalter aller in Krefeld zugelassener Autos beträgt 8,33 Jahre", berichtet Frank Heikaus, Leiter der Zulassungsstelle im Krefelder Straßenverkehrsamt. Oldtimer sind von dieser Rechnung ausgenommen.

In Nordrhein-Westfalen liegt das Durchschnittsalter aller PKW bei 8,0 Jahren.

Die Umweltprämie der Bundesregierung gilt für Autos mit einem Zulassungsdatum vor dem 14. Januar 2000. Das heißt, dass nur Autos prämienberechtigt sind, die mindestens neun Jahre alt sind. Das Auto muss mindestens ein Jahr auf den Fahrzeughalter zugelassen worden sein. Altautos müssen bei anerkannten Demontagebetrieb laut Abgasverordnung verschrottet werden.

Von ähnlich positiven Erfahrungen berichtet Udo Kroninger, Ford-Verkäufer im Autohaus Link an der Heideckstraße. "Die Umweltprämie bringt deutlich neuen Schwung ins Autogeschäft", freut sich Kroninger. Auch er führt seit einer Woche pro Tag fünf bis zehn Kundengespräche mehr als vorher. "Ich finde die Prämie gut", so sein prägnantes Zwischenfazit.

Auch der Schrotthandel hofft, zu den Gewinnern zu zählen. Bei Klaus Krüger vom Autoverwerter Autoteile Süd an der Breuershofstraßeprämie rufen seit Tagen Besitzer älterer PKW an, um sich über das genaue Prozedere zu informieren. "Ich rechne damit, dass mehr alte Autos abgegeben werden als vorher."

Besonders im Kleinwagensegment hoffen die Händler auf beträchtliche Verkaufszuwächse. "Wir freuen uns über diese Maßnahmen. Dadurch können wir nur gewinnen", sagt Andreas Essers vom gleichnamigen Daihatsu-Autohaus an der Bökendonk. Er ist optimistisch, dass das Interesse weiter zunehmen wird, sobald alle Fakten und Details rund um die Umweltprämie bekannt sind.

Essers hat in der letzten Woche bereits zwei Autos verkauft, deren Käufer die Umweltprämie in Anspruch nehmen können. "Wir haben auch in den letzten Jahren sehr gut verkauft. Die einzigen Wagen, deren Absatz zugelegt hat, waren Klein- und Kleinstwagen", so Essers. Udo Kroninger ist das egal: "Ob die Kunden einen Fiesta oder einen Focus wollen, ist im Grunde wurscht. Hauptsache, sie kaufen überhaupt ein Auto."

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