Der Medienmogul dominiert trotz seiner rassistischen Haltung die Vorwahlen im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf.

Andrew Nolen graut es beim Gedanken an eine Präsidentschaft von Donald Trump.
Andrew Nolen graut es beim Gedanken an eine Präsidentschaft von Donald Trump.

Andrew Nolen graut es beim Gedanken an eine Präsidentschaft von Donald Trump.

Jochmann, Dirk (dj)

Andrew Nolen graut es beim Gedanken an eine Präsidentschaft von Donald Trump.

Krefeld. Andrew Nolen schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. „Peinlich, dieser Mann ist einfach nur peinlich und dumm“, sagt der am Krefelder Theater arbeitende US–Amerikaner, als er davon erzählt, was sich der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump wieder geleistet hat.

Als der schwerreiche Medienmogul bei einer Veranstaltung vor den US–Präsidentschaftsvorwahlen in New York mal wieder die Terroranschlägen vom 11. September 2001 instrumentalisiert, um gegen Muslime Stimmung zu machen, unterläuft ihm ein peinlicher Fehler. Statt von 9/11 spricht er von 7/11.

Für jeden anderen US–Präsidentschaftskandidaten hätte dieser Fehltritt wohl im Angesicht der Bedeutsamkeit dieses Tages für die amerikanische Bevölkerung – am 11. September 2001 steuerten Al-Kaida-Terroristen zwei Passagier-Flugzeuge absichtlich in das World Trade Center und töteten dadurch 2753 Menschen – bittere Folgen gehabt.

Nicht aber für Trump. „Trump verspricht seinen Wählern, die USA wieder zu einer Supermacht zu machen.“ Andrew Nowlen, Solist am Theater Krefeld/Mönchengladbach Der Medienmogul gewinnt die Vorwahlen bei den Republikanern in New York klar. Trump setzt sich dadurch immer mehr von seinen Konkurrenten ab.

Den Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger Ted Cruz hat Trump bereits um 300 Delegierte ausgebaut. Ihm fehlen nur noch 400 weitere Delegierten-Stimmen, um als Präsidentschaftskandidat der Republikaner offiziell nominiert zu werden. Doch warum hat ein Mann, der öffentlich den Bau einer Mauer entlang der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze fordert, Journalisten und Gegenkandidaten mal als fett, mal als dumm verspottet und von sich selber sagt, der beste Präsident zu sein, den Gott je erschaffen hat, so einen Rückhalt in der amerikanischen Bevölkerung?

„Trotz oder gerade wegen seiner rechtspopulistischen, sexistischen und teilweise menschenfeindlichen Äußerungen hat Trump gerade in der weißen Arbeiterbevölkerung, der es in den vergangenen Jahren nicht gut erging, viel Rückhalt bekommen“, berichtet Nolen, der seit 2011 in Krefeld lebt und arbeitet. „Hinzu kommt, dass Trump seinen Wählern verspricht, die USA wieder zu einer Supermacht zu machen.“ US-Bürger in Krefeld setzen Hoffnung in Hillary Clinton. Andrew Wilcox bereitet es Kopfschmerzen, wenn er daran denkt, wie seine Landsleute derzeit ticken und dass sie sich von solchen Versprechungen leiten lassen. „Ich finde Trump unerträglich, meine Landsleute in den USA sehen das leider anders."

Selbst Teile meiner Familie würden ihn wählen“, sagt Wilcox, der wie viele andere Amerikaner so viel Hoffnung in die Dienstzeit des amtierenden Präsidenten Barack Obama gesteckt hatte. Doch viele Veränderungen, die Obama teilweise unter ganz beschwerlichen Umständen versucht hat, anzuschieben, scheinen in den Augen vieler US–Amerikaner keine Rolle zu spielen.

„Es wird auf ein Duell zwischen der Demokratin Hillary Clinton und Donald Trump hinauslaufen, ich hoffe, dass dann Schluss ist mit dem Theater und Clinton haushoch gewinnt“, so der US-Amerikaner. Wilcox, der mit Unterbrechungen seit 1946 in Krefeld lebt, will deshalb trotz großer körperlicher Beschwerden im November von seinem Wahlrecht Gebrauch machen.

„Das werde ich mir nicht nehmen lassen, denn so lange ich wählen gehe, wird dieser Mann nicht Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.“ Auch Andrew Nolen wird „selbstverständlich wählen gehen“. „Ich halte es für meine Pflicht, mit meiner Stimme gegen Trump etwas zu unternehmen“, sagt er. „Er verspricht Dinge, die nicht eintreten werden. Er sagt allen Bürgern Arbeit zu, obwohl es keine gibt.“

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