Große „Justizfamilie“ verabschiedet auf Burg Linn Klaus Ipers, den Leitenden Oberstaatsanwalt in Krefeld, und begrüßt seinen Nachfolger, Jens Frobel aus Fischeln.

Große „Justizfamilie“ verabschiedet auf Burg Linn Klaus Ipers, den Leitenden Oberstaatsanwalt in Krefeld, und begrüßt seinen Nachfolger.
Ein Abschied mit großem Respekt und eine freundliche Begrüßung: der scheidende Leitende Oberstaatsanwalt Klaus Ipers (2.v.l.) neben seiner Frau Dagmar Emmerich-Ipers, Landesjustizminister Thomas Kutschaty sowie Ipers Nachfolger Jens Frobel ebenfalls mit Gattin (v.l.) auf Burg Linn.

Ein Abschied mit großem Respekt und eine freundliche Begrüßung: der scheidende Leitende Oberstaatsanwalt Klaus Ipers (2.v.l.) neben seiner Frau Dagmar Emmerich-Ipers, Landesjustizminister Thomas Kutschaty sowie Ipers Nachfolger Jens Frobel ebenfalls mit Gattin (v.l.) auf Burg Linn.

Andreas Bischof

Ein Abschied mit großem Respekt und eine freundliche Begrüßung: der scheidende Leitende Oberstaatsanwalt Klaus Ipers (2.v.l.) neben seiner Frau Dagmar Emmerich-Ipers, Landesjustizminister Thomas Kutschaty sowie Ipers Nachfolger Jens Frobel ebenfalls mit Gattin (v.l.) auf Burg Linn.

Krefeld. Galant trat Oberstaatsanwalt Axel Stahl am Montagmorgen auf Burg Linn auf. Klaus Ipers, bis Dezember Leitender Oberstaatsanwalt in Krefeld, und sein Nachfolger Jens Frobel waren die Hauptpersonen im Rittersaal. Der eine geht, der andere kommt. Blumen überreichte Stahl allerdings nicht den Chefs, sondern deren Gattinnen: als Dank für erwiesenes und Bitte um weiteres Verständnis, wenn die Amtsgeschäfte die Staatsanwälte von ihren Familien fernhalten.

„Einen besseren Ort als eine ehemalige Raubritterburg könnte ich mir gar nicht vorstellen.“

Emil Brachthäuser. Generalstaatsanwalt, bei der Verabschiedung und Einführung des Leitenden Oberstaatsanwalts auf Burg Linn

Generalstaatsanwalt Emil Brachthäuser würdigte in der ehemaligen Raubritterburg die Verdienste des scheidenden wie die des neuen Leitenden Oberstaatsanwalts in Krefeld, fachlich und menschlich beeindruckenden Personen. Preußisches Pflichtbewusstsein und hintergründiger Humor präge Ipers, der in der Behörde einen fairen Führungsstil und ein gutes Miteinander gepflegt habe. Die Krefelder Staatsanwaltschaft sei „ein Kleinod“, was auch ihm, Ipers, zu verdanken sei.

Für den Nachfolger hatte Brachthäuser nicht weniger Lob; er bedauerte „den Weggang meines Ko-Piloten, der sich eigentlich fachlich und menschlich unverzichtbar gemacht hat“.

Es war die Aufgabe des Landesjustizministers Thomas Kutschaty (SPD), die beruflichen Stationen beider Männer aufzuzeigen, beim einen Sachlichkeit, Besonnenheit und Augenmaß zu loben, dem Nachfolger Tatkraft und Fingerspitzengefühl zu attestieren.

Der Ton ist freundlich, das Lob in beide Richtungen uneingeschränkt – es sind warme Worte bei einer Feier in einem Saal, dessen Temperatur nicht nur den Landrat des Kreises Viersen, Andreas Coenen, frösteln ließ. Dabei waren Vertreter aus vielen Bereichen der Justiz und Strafverfolgung die Treppen zum Rittersaal hochgestiegen, „ein Zeichen des Respekts innerhalb der Justizfamilie“, wie Emil Brachthäuser betonte. Und ein Zeichen des guten Miteinanders, wie alle anderen Festredner bestätigten.

Nach Köln: 100 neue Stellen in der Staatsanwaltschaft geschaffen

Klaus Ipers hebt am Ende seiner Dienstzeit, schon mit Blick auf sein Hobby Golf und Fernreisen nach Asien, vor allem ein Ereignis hervor, dass ihn beeindruckt habe. In seiner gesamten Dienstzeit – 40 Jahre – habe die Staatsanwaltschaft über Personalmangel geklagt, ohne dass dies Folgen gehabt habe. Ein Ereignis, die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln, habe dann „ein kleines Wunder in der Justiz des Landes“ bewirkt, sagt Ipers.

„Ich bin gerne Staatsanwalt. Es ist einer der schönsten und spannendesten Jobs in der Justiz.“

Klaus Ipers, scheidender Leitender Oberstaatsanwalt

300 zusätzliche Stellen in der Justiz seien eingerichtet worden, allein 100 Stellen bei der Staatsanwaltschaft. „Die Bedeutung dieser Maßnahme kann man gar nicht hoch genug anerkennen“, sagt Ipers. In Krefeld sei das Dezernat für Einbruch gegründet worden. „Erste Erfolge haben sich sofort eingestellt.“

Dass er den Staffelstab an Jens Frobel, Jahrgang 1965, übergeben durfte, „freut mich ganz besonders“. In Krefelder erwarte ihn ein „gut eingespieltes Team“.

Das ist nicht das einzige, auf das Frobel sich freut. Den vor 13 Jahren in Fischeln „Zugezogenen“ erwartet als Leitender Oberstaatsanwalt im Dienst nicht nur die Umstellung auf den elektronischen Rechtsverkehr. Es sind ganz praktische Aspekte, auf die er sich umstellen muss, wie er trocken aufführt: einerseits nicht mehr täglich im Stau auf der A44, A57 und A52 zu stehen, andererseits die Qual der Wahl zu haben, weil der Weg zur Arbeit nur noch Zeit für drei Songs lässt.

Es war schließlich an Oberbürgermeister Frank Meyer, sich über Krefeld als „sichere Stadt“ zu freuen, die seit mehr als 100 Jahren Gerichtsstandort und Staatsanwaltschaft habe und in der Gewalt und Jugendkriminalität auf einem historischen Tiefstand seien. Meyer lobte die gute Zusammenarbeit von Stadt und Justiz, die nun einen Leitenden Oberstaatsanwalt habe, der als „waschechter Pinguin“ Leidensfähigkeit beweise. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit einem Krefeld-Kenner“, betonte der Oberbürgermeister.

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