Beim „Kunst-Carré“ konnten die Besucher Künstlern über die Schulter schauen.

Krefeld. Dieser "Krefelder Samstag" bringt jede Menge Farbe in die Stadt. Bücher, Mode oder Wein stehen in den Schaufenstern der Geschäfte nicht für sich alleine, sondern gehen beim Thementag "Kunst-Carré" eine Verbindung ein mit Bildern und Skulpturen verschiedener Künstler.

Die Einzelhändler verwandeln die City in ein Forum für die Kunst, die Passanten schauen und staunen - ohne Eintrittsgeld zahlen zu müssen.

"Euregio" ist die neue Krefelder Kultur-Währung. Das findet auf jeden Fall Heike Potthoff-Scheurenberg. Die schweren Silbermünzen tragen auf ihrer Rückseite Theatermasken mit Bittermine. Sie entstehen im HansaCentrum.

Die Schmuckdesignerin von "artkrefeld" schmilzt und gießt den edlen Werkstoff vor den Augen der Passanten. "In Krefeld gibt es kein Geld für die Kultur", sagt Ehemann und Maler Norbert Potthoff. "Wir wollen etwas dagegen tun. Die Münzen kann man auch nach dieser Veranstaltung in der Künstlergalerie an der Dreikönigenstraße 73 kaufen."

Ebenfalls zugunsten der Kultureinrichtungen verkauft wird das Bild, das beim Kunst-Carré entsteht - natürlich auch vor den Augen der Passanten. Vier Künstler, neben den genannten noch Johann Gößwein und Christian Biegemeier, stellen jeder auf einem Viertel ein Bild her, das zusammengesetzt ebenfalls die "Euregio-Münze" zeigt.

Gorillas betätigen sich als Maler

"Gattungsübergreifende Solidarität" zeigen die Orang-Utan-Damen Sita und Tilda. Ihre farbenfrohen Werke werden zugunsten des Gorilla-Gartens bei Sport Borgmann verkauft. "Es gibt mehrere Interessenten", weiß Zoo-Sprecherin Petra Schwinn an ihrem Info-Stand.

Georg Ettl, der den Krähenzaun des Kaiser-Wilhelm-Museums geschaffen hat, bietet bei Buch Habel das "Paradies" an. Die Skulptur ist aus hellem Tannenholz, deren dunkle Ränder durch Lasertechnik entstehen.

Besucherin Gabriele Hennig ist von den Arbeiten von Margret Greven in der Thalia-Buchhandlung begeistert: "Es ist toll, was die Künstlerin schafft." Und über den Thementag denkt sie: "Es tut der Stadt bei der aktuellen Diskussion gut, wenn sie Kunst zeigt."

Im Schwanen-Markt hat sich eine ganze Reihe von Künstlern mitsamt ihrer Werke eingefunden. Sandra Tippmann zeigt Acryl auf Leinwand in Spachteltechnik, Michael Kunert Ölgemälde und Skulpturen.

Unter der Glaskuppel stehen Werke auf Staffeleien. Dort erklärt Gabriele Leigraf ihre Arbeit an einem klassischen Stillleben mit der Palette in der Hand und dem Mikrofon um den Hals: "Maigrün ist immer gut. Mische ich es mit Preußischgrün an, entstehen fast alle Grünschattierungen, die ich für die Blätter brauche."

Kommentar der Passantin Renate Keuven: "Das ist interessant zu erfahren."

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