Das Kaiser-Wilhelm-Museum hat an Containern Fotos angebracht, die mutmaßliche Müllsünder zeigen sollen. Die Personen waren verpixelt, sagt die Stadt. Anwohner widersprechen - sie sehen in den Bildern eine Straftat.

Anlieger beschweren sich über falsche Darstellung der Stadt.
An diesem Container hingen die Plakate der mutmaßlichen Müllsünder. Anders als von der WZ gezeigt, waren die Bilder aber unverpixelt. Repro: abi

An diesem Container hingen die Plakate der mutmaßlichen Müllsünder. Anders als von der WZ gezeigt, waren die Bilder aber unverpixelt. Repro: abi

An diesem Container hingen die Plakate der mutmaßlichen Müllsünder. Anders als von der WZ gezeigt, waren die Bilder aber unverpixelt. Repro: abi

Krefeld. Links ein junger Mann, rechts eine Frau mit Trolley in der Hand. Die Gesichter beider Personen sind zu erkennen. Die Fotos, auf denen beiden zu sehen sind, hingen an einem Müllcontainer des Kaiser-Wilhelm-Museums (KWM). Aufgehangen von Mitarbeitern des KWM, die dadurch das illegale Müllabladen verhindern wollten. Die Idee ging nach hinten los. Anlieger meldeten sich beim Museum und wiesen darauf hin, dass die Zurschaustellung von Leuten in dieser Art nicht rechtens sei. Laut Paragraf 33 des Kunsturhebergesetzes ist eine Veröffentlichung von Bilddaten von Personen ohne deren Erlaubnis nicht gestattet und kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft werden.

Die Bilder wurden wieder entfernt. Trotzdem bleibt der Fall brisant. Auf Nachfrage zu diesem Vorfall hatte die Stadt vor rund einer Woche noch erklärt, dass die Gesichter auf den Aushängen nicht zu erkennen gewesen seien, weil sie „geweißt“ wurden. Doch diese Darstellung ist nicht korrekt, wie Ralph Höntzsch gegenüber der WZ berichtet. „Die Fotos wurden erst abgeklebt, nachdem wir die Mitarbeiter vom KWM darauf aufmerksam gemacht haben, dass sie damit eine Straftat begehen. Auf den Fotos sind nicht die Taten zu sehen, sondern nur Personen, die über den Bürgersteig gehen“, sagt der Anlieger, der anregt ein Schild ans Museum anzubringen, auf dem über das Filmen im öffentlichen Bereich informiert wird. Die Stadt erklärt dazu, dass die Anbringung einer entsprechenden Beschilderung zeitnah vorgesehen ist.

Zu den öffentlich angebrachten Kamerabildern heißt es plötzlich, die Personen seien nur von oben zu sehen gewesen, nicht aber das Gesicht. hoss

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