Die ersten Städtepartnerschaften wurden in 1960er Jahren besiegelt. Aber mehr als die derzeit acht sollen es nicht werden.

Sandra Hansen ist im Büro des Rates für die Krefelder Städtepartnerschaften zuständig.
Sandra Hansen ist im Büro des Rates für die Krefelder Städtepartnerschaften zuständig.

Sandra Hansen ist im Büro des Rates für die Krefelder Städtepartnerschaften zuständig.

Andreas Bischof

Sandra Hansen ist im Büro des Rates für die Krefelder Städtepartnerschaften zuständig.

Krefeld. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte Deutschland ein Image-Problem in Europa. Viele Städte bemühten sich deshalb darum, die innereuropäischen Kontakte von früher wieder aufleben zu lassen. Auch Krefeld hat seit den 60er Jahren zahlreiche Partnerschaften in der ganzen Welt aufgebaut.

Die erste offizielle Urkunde wurde im November 1964 von Vertretern der Stadt Krefeld und der benachbarten niederländischen Stadt Venlo unterzeichnet. "Grenzüberschreitende Kontakte zwischen den Bürgern gab es da allerdings schon viel länger", sagt Sandra Hansen, die im Büro des Rates für die Städtepartnerschaften zuständig ist. "Vor allem honorige Leute ohne Nazivergangenheit aus Kirche, Mittelstand und Industrie haben sich hier verdient gemacht."

Mit den Jahren kamen Partnerschaften mit Leicester (Großbritannien), Dünkirchen (Frankreich), Leiden (Niederlande) und Charlotte (North Carolina, USA) hinzu. Nach dem Fall von Mauer und Systemschranken wurden Kontakte zum Landkreis Oder-Spree in der ehemaligen DDR geknüpft, der damals noch Kreis Beeskow hieß, und zur russischen Stadt Uljanowsk an der Wolga. Die jüngste Städtepartnerschaft mit Kayseri im asiatischen Teil der Türkei ist dagegen auch der Tatsache geschuldet, dass rund 12000Krefelder türkische Staatsangehörige sind oder eine türkische Herkunft haben.

"Krefeld möchte von solchen Beziehungen natürlich auch wirtschaftlich profitieren und sich als Wirtschaftsstandort präsentieren", erklärt Hansen. "Und obwohl dieses Bestreben nicht im Vordergrund steht, ist ein bisschen Image-Pflege natürlich nie verkehrt."

In Zukunft stehen keine weiteren Partnerschaften an, jetzt geht es vorrangig darum, die bestehenden zu pflegen und mit Leben zu füllen. "Und das geht nur mit dem Engagement der Bürger", ist Hansen überzeugt. "Schließlich sind solche Partnerschaften vorrangig dazu da, damit sich die Menschen gegenseitig besuchen und besser kennenlernen."

Die WZ stellt in ihrer neuen Serie die acht Partnerstädte vor sowie Krefelder, die die Beziehungen mit den Städten pflegen.

Sehr aktiv in der Kontaktpflege sind die Krefelder Schulen und die Hochschule Niederrhein, aber auch die Verwaltung, die Feuerwehr, Künstler, Musiker, Sportvereine und andere Gruppen. Mit der Zeit sind auch viele private Freundschaften entstanden. Das freut Sandra Hansen sehr: "Es wäre schließlich auch zu schade, wenn die einzige Verbindung zu den Partnerstädten die Hinweisschilder am Ortseingang wären."

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