Rechtsanwalt Eberhard Stock spricht über die Krise und Lösungsansätze.

Eberhard Stock gab Antworten zum Thema Insolvenzen. (Archiv
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Andreas Bischof

Eberhard Stock gab Antworten zum Thema Insolvenzen. (Archiv

Krefeld. Es ist die Frage aller Fragen beim Unternehmer Netzwerk Niederrhein: "Welches ist der Indikator, wenn es kritisch wird?", fragt der Chef eines kleinen mittelständischen Unternehmens zum Thema "Insolvenzen sind vermeidbar".

Die Antwort des Fachmanns: "Wenn Ihre Umsatzrendite mehr als drei Prozent beträgt, sollten Sie keine Sorgen haben. Darüber hinaus gibt es keine allgemeinen Kriterien."

In der Reihe "Krefelder Köpfe" hatten Unternehmer in den Golfclub Elfrather Mühle eingeladen.

Über 55 Besucher sind gekommen. Rechtsanwalt Eberhard Stock von der Kanzlei Niering Stock Tömp-Insolvenzverwaltungen hält keinen Vortrag, sondern antwortet auf Fragen. "Die eigentliche Insolvenzwelle kommt erst noch", lautet die Prognose.

Meist seien die Krisen hausgemacht. Stock: "Es gibt eigentlich nichts, was man nicht falsch machen kann", und zählt auf: "Produktauswahl, Marketing, Menschenführung. Viele haben keinen Vertrag mit einem ordentlichen Umgang mit den Banken, um Vertrauen zu generieren."

Das Fazit lautet: "Die Kohle fehlt." Die Planung der Liquidität ist überlebenswichtig. Deshalb sei es auch unabdingbar, Unternehmenszahlen ständig zu kontrollieren und somit Gefahrenpotenziale ausfindig zu machen.

Viele Unternehmer warteten jedoch viel zu lange, um nötige Schritte einzuleiten. "Gerade wenn die Anzeichen der Insolvenz rechtzeitig erkannt werden, bestehen Rettungschancen", sagt Stock.

Meist jedoch setzten gerade die Chefs mittelständischer Unternehmen zuvor alles ein, um die Firma zu retten: Lebensversicherung oder das eigene Haus gehören dazu.

"Der Weg zu einem Insolvenzverwalter ist für sie die Hölle. Ihr Schicksal geht mir nahe", so Stock.

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