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Ansgar Heveling, ein Archivbild von der Sprödentalkrimes in Krefeld.

Ansgar Heveling, ein Archivbild von der Sprödentalkrimes in Krefeld.

Andreas Bischof

Ansgar Heveling, ein Archivbild von der Sprödentalkrimes in Krefeld.

Krefeld/Korschenbroich. Ansgar Heveling sitzt seit dem Jahr 2009 für die CDU im Deutschen Bundestag. Der gebürtige Rheydter, der in Korschenbroich wohnt und den geteilten Wahlkreis Krefeld I - Neuss II vertritt, hat jetzt eher unrühmlich von sich Reden gemacht.

Als Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft hat Heveling einen Gastkommentar im Handelsblatt verfasst, der ihm nun den geballten Ärger der Netzgemeinde eingebracht hat. In diesem Kommentar zieht Heveling gegen die "digitalen Horden" in den Krieg, um - wie er meint - im Geiste der französischen Revolution das geistige Eigentum zu verteidigen, das er in Gefahr sieht.

Denn "... Freiheit, Demokratie und Eigentum hat sich in mühevoller Arbeit aus den Barrikaden der Französischen Revolution heraus geformt", schreibt der Politiker, der als sogenannter Hinterbänkler gilt, in seinem vor dubiosen Sprachbildern wimmelnden Elaborat, das den Titel "Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!" trägt.

Den "Clash of Civilizations" etwa beschwört der Korschenbroicher herauf, allerdings als "Kampf zwischen der schönen neuen digitalen Welt und dem realen Leben". Das Web 2.0 werde bald Geschichte sein, es stelle sich nur die Frage, wie viel "digitales Blut" bis dahin vergossen sei.

Im Wesentlichen geht es Heveling anscheinend dabei um den Schutz geistigen Eigentums, das er durch das Netz in Gefahr sieht. Als Gegner macht er "eine unhelige Allianz" aus "digitalen Maoisten" und "kapitalstarken Monopolisten" aus, die hier am Werk seien, die "totale Freiheit apostrophierten und damit letzlich nur den digitalen Totalitarismus" meinten.

Die Reaktionen aus dem Netz kamen prompt. So gibt es bei twitter unter dem Hashtag #Hevelingfacts Witze auf Kosten des Politikers. In einem Kommentar auf Spiegel Online wird Heveling vorgeworfen, "zu trollen" - ein Begriff aus dem Netz, der meint, das jemand um der reinen Provokation willen provoziert. Auch die Internetseite des CDU-Manns scheint bereits Ziel der Internetgemeinde geworden zu sein. Unter dem Hinweis, das die Seite, die am Montagnachmittag noch normal erreichbar war, umgebaut werde, prang ein "HARHAR". Mitterweile ist die Seite nicht mehr zu erreichen.

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