Verwaltung legt im Planungsausschuss Stellungnahme zum Entwurf des Regionalplans vor. Einige Berechnungen seien nicht nachvollziehbar und zumindest in Teilen "definitiv fehlerhaft".

Krefeld. Krefeld könne zufrieden sein mit dem zweiten Entwurf des Regionalplans. „In allen relevanten Themen wurde der Stadt Krefeld entsprochen, das kann man beim genauen Lesen sehen“, betont Jürgen Hengst, baupolitischer Sprecher der SPD im Planungsausschuss. Auf Antrag der FDP hatte die Verwaltung in der jüngsten Sitzung eine Stellungnahme zum Regionalplan vorgelegt.

Der Plan stellt die Weichen für die regionale Entwicklung

Noch bis zum 7. Oktober liegt der Entwurf im Rahmen des Beteiligungsverfahrens bei der Bezirksregierung in Düsseldorf aus. Hengst ebenso wie Manfred Läckes (CDU) haben als fachkundige politische Krefelder Vertreter in den vergangenen Jahren im Regionalrat an der Weichenstellung für die Regionalentwicklung mitgearbeitet. In dem Gremium sitzen regionale Akteure aus den Städten und Gemeinden und den verschiedenen Interessensbereichen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft.

„Bei den Berechnungen des Gewerbeflächen- und Wohnbauflächenbedarfs hat sich Krefeld nicht so durchgesetzt wie gewünscht“, kritisiert FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim C. Heitmann. Für Krefeld sind als lokaler Bedarf 5800 Wohneinheiten errechnet worden, bei einem Ansatz von 45 pro Hektar, ergibt sich ein Flächenbedarf von insgesamt 129 Hektar. Auch für die Verwaltung ist unverständlich, warum bei der Berechnung der Wohnbauflächen nicht ein Planungszuschlag von 20 Prozent (26 Hektar) für mögliche Unwägbarkeiten berücksichtigt wurde. Im vor kurzem in Kraft getretenen neuen Flächennutzungsplan sind 154 Hektar für Krefeld ermittelt worden.

Auch bei den Gewerbeflächen gibt es unterschiedliche Einschätzungen bei Stadt und Bezirksregierung. Für die nächsten 20 Jahre ist für Krefeld ein lokaler Bedarf von 198 Hektar ermittelt worden. Planerisch gesichert sind 223 Hektar. Gegenübergestellt wird im Entwurf ein Gewerbeflächenangebot, bei dem die Bezirksregierung zu einem anderen Ergebnis kommt als die Stadt. „Die Berechnungen sind nicht nachvollziehbar und zumindest in Teilen definitiv fehlerhaft“, lautet deshalb das Fazit der Verwaltung. Allein die im Entwurf angeführte 68 Hektar große Reservefläche ließe sich im Stadtgebiet nirgendwo verorten. Diese Zahlen sind jedoch entscheidend für die Größe des geplanten Interkommunalen Gewerbegebietes mit Meerbusch.

„Im ersten Entwurf stand dazu noch gar nichts drin“, erinnert Hengst. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung habe man im zweiten Entwurf das Optimum herausgeholt. Auch Jürgen Wettingfeld (CDU) warnte davor, das Blatt zu überreizen. Gegen die Stimmen der Grünen und der Linken, bei Enthaltung von FDP und einer SPD-Stimme, stimmte die Mehrheit der Stellungnahme zum Entwurf zu.

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