Bernd Scheelen (SPD) rückt als letzter über die Liste noch in den Bundestag.

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Ansgar Heveling (CDU)

Ansgar Heveling (CDU)

Ansgar Heveling (CDU)

Krefeld. Am Montagmorgen um 6.30 Uhr hat er es nach einer kurzen und wohl unruhigen Nacht erfahren: Bernd Scheelen darf doch wieder in den Bundestag einziehen. Seit 1994 ist er für die Sozialdemokraten dabei, aber so knapp war es noch nie. Als letzter von der Landesliste rückte er in der Nacht nach der Wahl noch auf.

So viel Glück hatte Ulle Schauws (Grüne) nicht. Bis Platz 14 zog die Liste, sie steht auf Platz 15: "Es ist schade, aber ich kann damit leben." Für sie ist das Bundesergebnis auch eine Gelegenheit, in den nächsten Jahren sich mit den politisch links orientierten Parteien auseinanderzusetzen. "Das gilt vor allem für SPD und Linke, aber wir sind da auch nicht außen vor."

Das sieht Scheelen etwas anders: "Dass wir uns weiter links positionieren, ist nicht die Antwort auf dieses desaströse Ergebnis. Wir müssen in beide Richtungen drücken und das Thema soziale Mitte zurückerobern." Für Krefeld sieht er keine Auswirkungen, da es im Rat nicht für Schwarz-Gelb reicht.

FDP-Chef Joachim C. Heitmann hatte am Sonntagabend von einem Signal für die Gespräche in Krefeld gesprochen. Doch die anderen Krefelder Politiker sehen eher keine Auswirkungen des Bundesergebnisses auf die Verhandlungen um die Mehrheit im Rat.

"Das Signal nutzt nichts, wenn es objektiv keine Mehrheit für Schwarz-Gelb im Stadtrat gibt", sagt CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel. Eine Ehe in der Opposition könne er sich nicht vorstellen. Zweifel habe er auch daran, dass die SPD nach den Erfahrungen in Berlin noch Spaß an einer großen Koalition habe: "Die Suche nach einer Mehrheit wird schwierig. Wir werden jetzt darüber reden, und klären wie die Ausschüsse, deren Vorsitz sowie die Bürgermeister-Posten besetzt werden."

Für Stefani Mälzer, Fraktionsvorsitzende der Grünen, bleibt der zentrale Knackpunkt der Verhandlungen das Kohlekraftwerk: "Unser Partner muss alle Möglichkeiten ausloten und ausschöpfen, um die Entscheidung zugunsten eines Gaskraftwerks umzukehren. Ansonsten haben wir auch kein Problem mit wechselnden Mehrheiten. In den Köpfen der Mitglieder der großen Parteien muss sich was tun."

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