Am Vorabend des Ersten Weltkrieges gehört die Kommune am Niederrhein zu den größten und reichsten Städten Deutschlands.

Erster Weltkrieg
Fröhlich ins Verderben: Erste deutsche Truppen überschreiten im Sommer 1914 zu Beginn des Ersten Weltkrieges die Grenze nach Frankreich.

Fröhlich ins Verderben: Erste deutsche Truppen überschreiten im Sommer 1914 zu Beginn des Ersten Weltkrieges die Grenze nach Frankreich.

dpa

Fröhlich ins Verderben: Erste deutsche Truppen überschreiten im Sommer 1914 zu Beginn des Ersten Weltkrieges die Grenze nach Frankreich.

Krefeld. Krefeld zu Beginn des Jahres 1914: Wer die Stadt besucht, erlebt eine zuversichtliche Grundstimmung. Nur wenige Monate wird es dauern, bis die Katastrophe des 1. Weltkrieges ganz Europa in den Abgrund stürzt. Aber noch herrscht Frieden. Warum sollte sich das auch ändern? Krefeld hat einen beachtlichen Aufschwung hinter sich.

Die unterschwellige Kriegsgefahr ist real, aber den meisten Menschen fehlen Zeit und Vorstellungskraft, sich damit zu befassen. Verstehen kann die große Politik ohnehin kaum noch jemand.

Denn Europas Staaten haben sich in einem System von Bündnissen, Absprachen und Interessenkoalitionen verheddert. Jeder verfolgt eigene Ziele. Das Scheitern der Diplomatie der europäischen Staaten geht einher mit Maßlosigkeit, Selbstüberschätzung, Blindheit und fehlgeleitetem vaterländischen Bewusstsein.

Dann, ausgelöst durch die Ermordung des österreichischen Thronfolgers am 28. Juni 1914 in Sarajevo, eskaliert der schwelende Konflikt.

Am 1. August schreibt die Presse: „Deutschland im Kriegszustand.“ Um den Krieg zu rechtfertigen, werden vaterländische Gefühle angesprochen. Es gibt in Krefeld keine größeren Demonstrationen gegen den Krieg.

Protestveranstaltungen werden verboten

Im Gegenteil, die nationale und kriegerische Grundstimmung, die in diesen Tagen in die Stadt einzieht, wird von den meisten Bürgern geteilt. Die „Niederrheinsche Volkstribüne“ versucht zwar, mit warnenden Worten die Kriegsbegeisterung zu dämpfen. Eine Protestveranstaltung und das Gewerkschaftsfest werden verboten.

Niemand rechnet mit einem langen Krieg. Das Land zieht mit Euphorie in die Katastrophe.

Der Erste Weltkrieg hinterlässt Tod und Verwüstung. 3421 Krefelder kehren nicht in ihre Heimatstadt zurück. Als der Krieg nach gut vier Jahren endlich vorbei ist, ist die Welt eine andere...

Den ausführlichen Bericht und etliche historische Bilder finden Sie auf einer Doppelseite zum Ersten Weltkrieg in der Samstagsausgabe der WZ Krefeld.

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