Eckart von Hirschhausen nahm die Auszeichnung auf der Rennbahn entgegen.

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Der „Krawattenmann 2009“ Eckart von Hirschhausen (l.) und Oberbürgermeister Gregor Kathstede.

Der „Krawattenmann 2009“ Eckart von Hirschhausen (l.) und Oberbürgermeister Gregor Kathstede.

Andreas Bischof

Der „Krawattenmann 2009“ Eckart von Hirschhausen (l.) und Oberbürgermeister Gregor Kathstede.

Krefeld. "Krefeld ist genial: Aus so wenig Stoff so viel zu machen; das klappt bei den Frauen nur mit dem Bikini." Das sagt Eckart von Hirschhausen und spricht natürlich über den edlen Binder made in Krefeld. Der Arzt, Wissenschaftsjournalist, Kabarettist und Schriftsteller kann sich seit Donnerstag mit einem weiteren Titel schmücken: Er ist "Krawattenmann des Jahres 2009" und freut sich sichtlich darüber: "Ja, herzlichen Dank. Ich nehme die Auszeichnung an."

Der Doktor hat sich nicht als Arzt niedergelassen, seine "Sprechstunden" sind dafür in fast allen Medien präsent. Das macht ihn zu einem guten Botschafter für Krefeld und die Krawatte. Lachen ist für ihn eine gute Medizin, die er bereitwillig ausgibt. Das erfahren auch die Besucher auf der Rennbahn.

Nach dem offiziellen Teil, während der dem Geehrte schon nett herum kaspert und sich vor lauter Lob scheinbar nicht zu lassen weiß, hat der 42-Jährige selbst das Wort. Er erzählt von seinem Vater: "Ich werde nie vergessen, wie er mir beigebracht hat, meine erste Krawatte zu binden. Er ist nie ohne sie aus dem Haus gegangen." So hält es auch der Geehrte. Zu seinem dunklen Anzug und dem weißem Hemd trägt er einen aktuellen violett-weiß gestreiften Binder. "Es geht mir nicht so sehr um Mode als um Stil."

Oft freut sich von Hirschhausen, wenn er abends die Krawatte lockern kann. "Es ist das gleiche Gefühl, das Frauen haben, wenn sie ihre schönen, aber leider zu engen Schuhe abends abstreifen können", denkt er.

Er differenziert auch genau zwischen Krawatte und Schlips; auf letzteren könne man treten, und: "Die Krawatte ist die Crevette, der Schlips das Fischstäbchen. Klingt doch gut." Selten war eine Krawattenmann-Auszeichnung so witzig und unterhaltsam. Als Sahnehäubchen gibt von Hirschhausen noch eine Kostprobe seiner Zaubertricks.

Der Neurologe ist der 33. Krawattenmann in der 44-jährigen Geschichte des Krawattenmanns. Vor ihm wurden Henry Maske, Roger Cicero und Christian Wulff geehrt.

Oberbürgermeister Gregor Kathstede erinnert an den Preisträger und jetzigen Außenminister Guido Westerwelle und erwähnt auch, Amerikas Präsidenten Barack Obama bei seinem Deutschlandbesuch einige Binder aus der "Deutschen Krawatten-Hauptstadt" zugeschickt zu haben. "Krefeld ist so im Gespräch."

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