Fußballklub und Polizei arbeiten nun zusammen. Ligaweit sollen die Krawallmacher ausgeschlossen werden.

Austausch
Nach der 0:1-Niederlage gegen Siegen rasteten mehr als 20 KFC-Fans in der Nähe der Grotenburg völlig aus.

Nach der 0:1-Niederlage gegen Siegen rasteten mehr als 20 KFC-Fans in der Nähe der Grotenburg völlig aus.

Andreas Bischof

Nach der 0:1-Niederlage gegen Siegen rasteten mehr als 20 KFC-Fans in der Nähe der Grotenburg völlig aus.

Krefeld. Nach den Krawallen und Attacken auf Unbeteiligte am Freitag vergangener Woche an der Grotenburg haben Polizei und der KFC Uerdingen am Freitag in kleiner Runde ein Übereinkommen getroffen.

Der Fußballklub erhielt die Namen der 20 Krefelder Hooligans, die sich nach Überzeugung der Ermittler des Landfriedensbruches und teilweise auch des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig gemacht haben.

Im Gegenzug erklärte sich der Verein um KFC-Präsident Lakis bereit, bei der Identifizierung weiterer Randalierer zu helfen, die auf Videoaufnahmen der Polizei zu sehen sind. „Das Geschehene wird nicht toleriert. Die friedliche Anhängerschaft und der Klub dürfen durch solche Leute nicht verunglimpft werden. Es ist wichtig, die Täter zu isolieren“, sagte Lakis.

Bei dem Treffen, an dem neben dem Vorstand um Lakis und Andreas Scholten auch Polizeidirektor Burkhard Kowitz und der szenekundige Beamte Klaus Pitsch teilnahmen, sicherte der KFC zu, dass gegen die 20 gewalttätigen KFC-Anhänger (plus der drei aufgefallenen Siegener Fans) Stadionverbote ausgesprochen werden.

Der KFC will aber mehr: Die Täter sollen NRW-Liga-weit aus dem Verkehr gezogen werden. Das ist möglich, denn die Klubs und der Verband hatten sich vor der Saison auf diese Maßnahmen schriftlich geeinigt. Samstag gastiert der KFC bei SW Essen. Die Stadionverbote werden erst in der kommenden Woche rechtskräftig werden.

Harter Kern Auf 15 schätzte die Polizei die Zahl der gewaltbereiten KFC-Fans zu Beginn dieses Jahres. Die sogenannten C-Fans müssen Zulauf aus dem Kreis der 50 B-Fans (Personen, die sich zu Gewalttaten hinreißen lassen) bekommen haben Polizeisprecher Wolfgang Weidner: „Die Zahl der gewaltbereiten Fans muss nach oben korrigiert werden.“

Verletzte Sechs der 80 am vergangenen Freitag eingesetzten Polizeibeamten waren durch Angriffe von C-Fans verletzt worden. Ihnen geht es nach Angaben des Behördensprechers inzwischen besser. Vor etwas mehr als einem Jahr war ein leitender Polizeibeamter von einer Fan-Clique am Hauptbahnhof angegriffen und schwer verletzt worden.

Doch wie sieht das in der Praxis aus? Vollkontrollen, etwa Eintrittskarten erst nach Prüfung der Personalien zu verkaufen, gibt es in Deutschland nicht. Die Vereine müssen daher mit der einfachen Sichtkontrolle und gegenseitiger Zusammenarbeit vorlieb nehmen.

„Auswärts geben wir Hinweise, wer von unseren Fans nicht ins Stadion darf. In Heimspielen kennen wir unsere Leute ja“, sagt Christoph Lenz, Sicherheitsbeauftragte des KFC. Fan- und Sicherheitsbeauftragte der Vereine müssen bei jedem Auswärtsspiel mit dabei sein und die Augen offen halten.

Beim KFC fahren sogar Teile des eigenen Ordnungsdienstes mit. Der KFC ist nun mit der Geduld am Ende: „Wir wollen keine Fans aussperren, aber unsere Toleranz ist aufgebraucht. Ein paar Leute haben es vielen Leuten versaut.“

Die Schäden, die von den Randalierern nach der 0:1-Niederlage gegen Siegen am Freitag im Stadionumfeld angerichtet worden sind, waren bis Freitag noch nicht erfasst. Die Schäden an Polizeifahrzeugen beträgt 2500 Euro.

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