Lokale Handwerker brauchen dringend Aufträge. Sonst sind Jobs in Gefahr.

Kreishandwerksmeister Otwin Dewes kritisiert die Stadt.
Kreishandwerksmeister Otwin Dewes kritisiert die Stadt.

Kreishandwerksmeister Otwin Dewes kritisiert die Stadt.

Kreishandwerksmeister Otwin Dewes kritisiert die Stadt.

Krefeld. Die Sommerferien stehen vor der Tür - eigentlich der ideale Zeitraum für Sanierungsarbeiten an Schulen. Doch in Krefeld hat noch kein einziger Handwerker einen Auftrag aus dem Konjunktupaket II bekommen.

Dabei rollen bereits die ersten Euro aus dem Paket in die Kommunen, am schnellsten war die Stadt Bergkamen. "Hier rollt noch gar nichts", sagt Klaus Schaub, Obermeister der Dachdecker-Innung Krefeld. In den Nachbarstädten Düsseldorf und Duisburg liefen bereits erste Ausschreibungen. "In Krefeld wird man die Sanierungsarbeiten in den Sommerferien knicken können. Das ist alles zu kurzfristig."

Viele Handwerker müssten eigentlich Mitarbeiter entlassen

Auch Peter Rath, Obermeister der Krefelder Elektro-Innung, fragt sich, "wann das endlich losgehen soll". Schließlich stehen die ersten Maßnahmen bereits seit der Ratssitzung Anfang April fest.

Das große Problem für viele der rund 150 Elektro-Betriebe in Krefeld ist: "Sie hängen in der Luft", sagt Rath. "Eigentlich müssten viele Handwerksmeister Mitarbeiter entlassen. Sie tun es aber nicht, in der Hoffnung, dass bald die Aufträge aus dem Konjunkturpaket für Entlastung sorgen."

Er hat eine Befürchtung: "Bei der Auftragsvergabe lässt man sich Zeit, bei der Ausführung müssen es dann die Handwerker ausbaden und unter einem extremen Zeitdruck arbeiten." Doch niemand könne momentan etwas tun. "Wir fragen immer wieder nach und hoffen."

Zur Beschleunigung von Investitionen werden die Vergabeverfahren des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW), des NRW-Hochschulbereichs und der NRW-Gemeinden 2009 und 2010 vereinfacht.

Bis zu einem vorab geschätzten Auftragswert in Höhe von 100000 Euro können die Vergabestellen wahlweise eine Freihändige Vergabe oder eine Beschränkte Ausschreibung (mindestens drei Angebote) durchführen.

Bis zu 100000 Euro Auftragswert ist eine Freihändige Vergabe möglich, bis zu einer Million Euro eine Beschränkte Ausschreibung.

Denn die Krise spüren mittlerweile alle: "Vor allem in den nächsten zwei Monaten werden die meisten von der Hand in den Mund Leben", erklärt Kreishandwerksmeister Otwin Dewes die Lage. "Die Lücken sind da, viele greifen auf das Mittel der Kurzarbeit zurück."

Vor kurzem hatten die Obermeister ein Treffen mit Oberbürgermeister Gregor Kathstede. Er sicherte ihnen zu, bei den geplanten Sanierungen vor allem das örtliche Handwerk zu berücksichtigen. Möglich ist dies durch ein vereinfachtes Vergabeverfahren.

"Die Stadt hat einen schwerfälligen Verwaltungsapparat", sagt Dewes, der diese Äußerung nicht als Kritik verstanden haben will. "Dass der Oberbürgermeister sich bei uns gemeldet hat, ist ein positives Zeichen. Der gute Wille ist da." Am Dienstag werden im Rat weitere Beschlüsse zum Konjunkturpaket II erwartet. Es steht beispielsweise noch nicht fest, welche freien Träger von den ihnen zugedachten vier Millionen Euro profitieren werden.

"Die Verwaltung ist dabei, Maßnahmen vorzubereiten, Bauzeitpläne zu entwickeln und auch Verfahren auf den Weg zu bringen", sagt Stadtsprecher Dirk Senger. "So wurden bereits Architekten für die Sanierung der Hauptschule Hafelsstraße und des Berufskollegs Kaufmannsschule beauftragt."

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