28 Millionen Euro stehen der Stadt aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung. Bis zum Jahresende müssen alle Aufträge vergeben sein.

Krefeld. Der Waldorf-Kindergarten an der Kaiserstraße hinkt noch etwas hinterher, aber die restlichen Projekte, die aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung gefördert werden, sind auf einem guten Weg.

"Wir sind ganz sicher, dass wir das 28 Millionen Euro schwere Gesamtpaket für die Stadt Krefeld zu hundert Prozent umsetzen", sagt der Leiter des Fachbereichs Zentrale Finanzsteuerung, Christian van Beeck (39).

In seinem Fachbereich laufen alle Fäden zusammen. Er versichert: "Kein Cent wird liegen bleiben." Derzeit seien 70 Prozent der Summe für städtische Projekte bereits ausgegeben oder durch vergebene Aufträge gebunden.

Bei den freien Trägern sieht es weniger gut aus. In der Oktoberabrechnung ist lediglich ein Viertel der Gesamtsumme von knapp 5,4 Millionen Euro fest verplant.

"Manche freie Träger finanzieren ihre Projekte aus eigener Tasche vor."

Stefan Baumgart, Projektleiter

Projektleiter Stefan Baumgart erläutert: "Bei den freien Trägern handelt es sich in der großen Mehrzahl um ehrenamtlich tätige Menschen. Wir müssen dort andere Maßstäbe anlegen als bei den hauptberuflichen Mitarbeitern der Stadt."

Auf 35 Einzelprojekte verteilen sich nach Beschluss des Krefelder Stadtrates die Mittel aus dem Konjunkturpaket II: Davon entfallen 18Bauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von 5,368 Millionen Euro auf freie Träger. Im Auftrag der Stadt Krefeld sind 17 Projekte in der Planungs- oder Ausführungsphase. Gesamtkosten: 27,79 Millionen Euro. 19,39 Millionen davon entfallen auf Bildungs-Infrastruktur-Projekte, bei denen energetische Verbesserungen im Mittelpunkt stehen.

Integrationscharakter hat ein Projekt der Islamischen Gemeinde an der Viersener Straße. Hier soll ein multifunktionaler Sportplatz hinter der Moschee entstehen, der allen Bürgern aus dem Viertel offen steht. Rund 130 000 Euro beträgt dabei der Zuschuss.

Im Gegensatz zur städtischen Verwaltung, die im Zwei-Wochen-Rhythmus ihre Zwischenberichte vorlegen muss, haben die freien Träger dafür drei Monate Zeit. Deshalb wurden für den Waldorf-Kindergarten, der rund 200 000 Euro für die energetische Sanierung zur Verfügung hat, noch keine Mittel abgerufen.

Dennoch kann schon der Baubeginn gemeldet werden. "Manche Träger finanzieren ihre Projekte aus eigener Tasche vor und holen sich dann bei uns ihr Geld", so Baumgart.

Das Geld aus Berlin ist an zwei zeitliche Ziele gebunden. Die Aufträge müssen bis Ende 2010 erteilt sein, bis Ende nächsten Jahres sollte eine Schlussabrechnung vorliegen.

Projektleiter Stefan Baumgart gibt Einblick in die Denkweise im Rathaus: "Wir haben das laufende Jahr für uns bereits abgeschlossen. Wir wissen, dass alle Projekte bis zum 31. Dezember in trockenen Tüchern sind. Wir denken jetzt schon an die Aufgaben, die wir uns für 2011 stellen." Die bestehen laut Baumgart hauptsächlich darin, die Abrechnungen mit großer Sorgfalt zu prüfen.

Gewichtige Vorhaben seien bereits abgeschlossen, wie die neue Bayer-Sporthalle, die mit rund einer Million Euro bezuschusst wurde. Für den Umbau der Graf-Hermann-Schule an der Gartenstraße für die Volkshochschule standen über 800 000 Euro bereit.

Das Gebäude ist ebenfalls bereits bezogen. Begonnen wurde mit dem Neubau des Gerätehauses für den Feuerlöschzug Oppum, das 1,2 Millionen Euro kosten wird.

Richtfeste wurden bereits für die beiden neuen Kitas Kempener Allee und Jakob-Hüskes-Straße in Hüls gefeiert. Beide Neubauten kosten zusammen rund sechs Millionen Euro.

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