Jugendamt musste fast 50 junge Leute betreuen – 14-Jährige in Uerdingen hatte 2,2 Promille.

Hoch die Flaschen: Überreste des Zugs in Uerdingen.
Hoch die Flaschen: Überreste des Zugs in Uerdingen.

Hoch die Flaschen: Überreste des Zugs in Uerdingen.

DJ

Hoch die Flaschen: Überreste des Zugs in Uerdingen.

Krefeld. Trotz aller gut gemeinten Appelle im Vorfeld: Karneval endet auch in diesem Jahr für einige Jugendliche im Krankenhaus. Sowohl am Samstag in Verberg als auch am Sonntag in Uerdingen mussten sich Jugendamt, Sanitäter und Notarzt um junge Leute kümmern, die stark alkoholisiert oder unterkühlt waren.

"Es war teilweise heftig", schildert Norbert Axnick, Abteilungsleiter im Jugendamt. "Einige trinken so viel, dass sie kaum ansprechbar sind und keine Reaktion mehr zeigen." Regelrecht dramatisch war die Lage bei einem Mädchen in Verberg, bei dem Herz und Kreislauf zu versagen drohten. Sie wurde gerettet. "Aber wäre kein Notarzt vor Ort gewesen, hätte die Sache ganz anders ausgehen können", sagt Axnick.

Allein in Verberg, wo sich eine Gaststätte an der Moerser Landstraße zum karnevalistischen Treffpunkt junger Leute entwickelt hat, musste das Amt 25 Jugendliche betreuen, sechs landeten sogar im Krankenhaus. Die Polizei nahm an der Kneipe, wo 600 Menschen feierten, 24 Jugendliche in Gewahrsam. Vier von ihnen droht eine Strafanzeige.

Rund um den Zug in Uerdingen landeten 19 Jugendliche in der Obhut von Axnick und seinen Kollegen, zwei mussten ins Krankenhaus. Den traurigen Rekord stellte ein 14-jähriges Mädchen auf: Sie hatte 2,2 Promille.

Axnick glaubt nicht, dass mangelnde Aufklärung das Problem ist: "Die Jugendlichen wissen, was Alkohol anrichtet, aber an Karneval in der Clique setzt das Denken aus." Viele der auffälligen Jugendlichen stammen laut Axnick aus intakten Familien: "Die Eltern kommen schockiert, besorgt und verärgert bei uns an." Ihren Kindern direkt die Leviten zu lesen, hält Axnick für falsch: "Am besten redet man vernünftig und gelassen am nächsten Tag darüber."

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