In der Mediothek lernen Schüler des Robert-Jungk-Gymnasiums das richtige Benehmen bei einem Bewerbungsgespräch.

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Der erste Eindruck beim Händeschütteln entscheidet oft schon über den Erfolg einer Bewerbung. (Archiv

Der erste Eindruck beim Händeschütteln entscheidet oft schon über den Erfolg einer Bewerbung. (Archiv

Dirk Jochmann

Der erste Eindruck beim Händeschütteln entscheidet oft schon über den Erfolg einer Bewerbung. (Archiv

Krefeld. Sekunden können darüber entscheiden, welchen ersten Eindruck ein Bewerber auf den Personalchef macht. Das hören rund 30 Achtklässler der Robert-Jungk-Gesamtschule in Hüls beim Seminar "Klasse mit Knigge" in der Mediothek am Theaterplatz.

Seit zwei Monaten veranstaltet die Krankenkasse AOK mit der Mediothek solche Kurse für Schulabgänger. Beim Bewerbungstraining geht es um offizielle Schreiben, Körpersprache, Kleidung und Erscheinungsbild, Begrüßung, Smalltalk und auch E-Mail-Knigge.

Christiane Winkler-Ernst von der Hülser Gesamtschule am Reepenweg hat den "Ausflug" organisiert. Sie sitzt mit 19 Jungen in einem Seminarraum. Trainerin Ulrike Tedler von der AOK kommt erst nur schwer gegen das Gemurmel an.

Dann fordert sie die jungen Männer auf, sich doch auch jetzt schon mal von der Schokoladenseite zu zeigen, wie es bei einer Bewerbung nötig ist. Sie weist auf so kleine Begriffe wie "Bitte" und "Danke" hin, die Sitzhaltung, die Bodenhaftung der Füße, Mimik, Gestik und natürlich auch Kleidung.

Jetzt kommt sie "rüber". "Ihr sollt euch nicht verkleiden, das wäre unecht," meint sie. "Aber eine Kappe, ein Kapuzenschal oder offene Turnschuhe sind einfach ebenso unpassend wie am Hals hängende Ohrhörer bei einem Bewerbungsgespräch, das übrigens schon mit der Wartezeit im Vorzimmer beginnt."

Nasebohren ist eine "Todsünde"

Dort sollten Bewerber besser nicht Kaugummi oder Nägel kauen, essen oder trinken, Musik hören oder gar in der Nase bohren, schreiben die Jungen als "Todsünden" auf Zettel, die dann an die Pinnwand kommen.

Bei den Mädchen hängen dort auch Zettel zu den Themen "Make up", Rocklänge, Schuhe und Handtasche. "Deshalb haben wir die Geschlechter getrennt," erklärt Joachim Turan (29), ebenfalls von der AOK, der in einem anderen Bereich der Mediothek mit den Mädchen bespricht, wo die Unterschiede zwischen privatem und geschäftlichem E-Mail-Verkehr liegt.

"Eine Bewerbung über E-Mail ist völlig in Ordnung, nur gehören da keine Smileys oder Kürzel rein."

Und die Rechtschreibung muss stimmen, mit Groß- und Kleinschreibung und Kommas. Einen vernünftigen Absender sollte die E-Mail auch haben: "Sonst landet eure Mail im Spam-Filter oder wird gelöscht."

Lehrerin Martina Dettmer hört gut mit, sie will später mit den Schülern nacharbeiten. Turan lässt die jungen Damen an den Computern der Mediothek eine Mail verfassen mit der Frage, ob das Unternehmen X ausbildet.

Da gibt es noch viel zu besprechen, wie auch zur Beteiligung an Internet-Foren. Turan: "Auch Personalchefs können da hinein schauen und feststellen, wie ihr euch präsentiert."

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