Viele Kinder aus Flüchtlingsfamilien haben keinen Unterricht, weil die Klassen überfüllt sind.

Aktuell gibt es in Krefeld mehr Flüchtlingskinder als freie Plätze in den Schulen.
Aktuell gibt es in Krefeld mehr Flüchtlingskinder als freie Plätze in den Schulen.

Aktuell gibt es in Krefeld mehr Flüchtlingskinder als freie Plätze in den Schulen.

dpa

Aktuell gibt es in Krefeld mehr Flüchtlingskinder als freie Plätze in den Schulen.

Krefeld. Wegen der steigenden Zahl an Flüchtlingen stoßen die Aufnahmekapazitäten an den Schulen an die Grenzen. In die Sekundarstufe I wurden 110 Schüler eingeschult, doch rund 20 haben bislang noch keinen Schulplatz bekommen. Die Stadtverwaltung hat auf Antrag der Grünen dem Integrationsrat jetzt einen Sachstandsbericht vorgelegt. Danach haben die Grundschulen in den ersten vier Monaten des laufenden Schuljahres rund 100 Schüler aus Zuwanderungsfamilien aufgenommen.

Auch für Flüchtlingskinder besteht gesetzliche Schulpflicht. Grundsätzlich werden alle Kinder von Zuwanderern in Regelklassen aufgenommen. In getrennten Gruppen erhalten sie eine intensive Deutschförderung von bis zu 20 Unterrichtsstunden.

Vorbereitungsklassen sollen die Sprachkenntnisse verbessern

Bisher konnte diesen Kindern und Jugendlichen in kurzer Zeit ein Schulplatz vermittelt werden, doch nun gibt es einen Engpass. Um diesen Missstand zu beheben, schlägt die Verwaltung vor, bei Bedarf in allen Schulformen der Sekundarstufe I Vorbereitungsklassen für Kinder einzurichten, deren Deutschkenntnisse für die Teilnahme am Unterricht einer Regelklasse noch nicht ausreichen. Die Deutschkenntnisse sollen darin intensiv und individuell in zehn bis zwölf Wochenstunden derart verbessert werden, dass die Schüler schnellstmöglich in eine Regelklasse wechseln können.

Eine weitere Entlastung sollen Auffangklassen für Schüler bieten, die während des Schuljahres den Schulbesuch aufnehmen. Sie müssen zum Beginn des nächsten Schuljahres einer Regelklasse zugewiesen werden.

Die Schulaufsicht muss nun über die Vorschläge entscheiden, denen der Lenkungskreis für die Bildungsregion Krefeld, in dem alle Schulformen vertreten sind, bereits zugestimmt hat. Eine Arbeitsgruppe des Kommunalen Integrationszentrums soll sich mit den Details befassen.

Grundschule: Familien mit Grundschulkindern melden sich direkt im Schulamt, Petersstraße 118. Dort werden die Personalien aufgenommen und die Kinder möglichst der nächsten Schule zugewiesen.
Sekundarstufe I: Familien mit älteren Kindern melden sich im Kommunalen Integrationszentrum, Petersstraße 120 B. Dort findet eine Beratung durch eine Lehrkraft statt, um die Jugendlichen schulkonform zu vermitteln. Zeugnisse sind - soweit vorhanden - mitzubringen.
Berufskolleg: Jugendliche, die die Vollzeit-Schulpflicht erfüllt haben, werden aufgefordert, sich an einem Krefelder Berufskolleg anzumelden.

Außerhalb von NRW haben andere Bundesländer gute Erfahrungen mit alternativen Modellen zur schnellen Integration gemacht. Ein Beispiel ist Schleswig-Holstein, das schulformübergreifend ein intensives Deutsch-Training in 25-Wochenstunden anbietet. Die Schüler nehmen erst dann am Regelunterricht teil, wenn sie sprachlich dazu in der Lage sind.

Schulrecht verhindert derzeit pragmatische Alternativen

Mit dem „Integrations-Bambi“ wurde kürzlich das Modell der Münchner SchlaU-Schule (Schulanaloger Unterricht) ausgezeichnet. Dort werden 220 junge Flüchtlinge in bis zu 15 Klassen bayrischer Haupt- und Mittelschulen individuell gefördert. Das Schulrecht in NRW verhindert, dass solche Alternativen in Krefeld eingeführt werden können. „Leider“, bedauert Sayhan Yilmaz, Vorsitzender des Integrationsrates Krefeld. Dennoch wolle er die schnellstmögliche Eingliederung in den Schulunterricht mit allen Kräften unterstützen.“

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