Die Stimmung unter den Schaustellern ist gespalten. Die Einnahmen sind gering, der Ärger dank des neuen Sicherheitsplans gering.

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In diesem Jahr sind die Fluchtwege durch große grüne Banner gekennzeichnet.

In diesem Jahr sind die Fluchtwege durch große grüne Banner gekennzeichnet.

Andreas Bischof

In diesem Jahr sind die Fluchtwege durch große grüne Banner gekennzeichnet.

Krefeld. Die Krefelder Kirmes auf dem Sprödentalplatz ist sicherer geworden. Das wird schon am Eingang deutlich, wo riesige Schilder auf die Fluchtwege hinweisen. Auch das Sicherheitspersonal wurde mehr als verdoppelt: Statt zehn kümmern sich nun 24 Security-Mitarbeiter um einen reibungslosen Ablauf. „Durch das neue Sicherheitskonzept gibt es viel weniger Ärger auf der Kirmes“, findet Paul Müller, Vorsitzender des Schaustellervereins Niederrhein. Dadurch sei auch die Stimmung besser geworden.

Einbrüche wie in den Vorjahren hat es noch nicht gegeben

Zu den weiteren Veränderungen in diesem Jahr gehört ein zentralisierter Notfallplan, der in allen Geschäften ausgehängt wurde. „Selbst für den Fall eines Stromausfalls ist vorgesorgt.“

Grundsätzlich seien die Schausteller auch aus eigenem Interesse an einem bestmöglichen Sicherheitskonzept interessiert, da ihr gesamtes Hab und Gut auf dem Platz stehe. Einbrüche, wie sie in den Jahren zuvor stattgefunden hätten, seien nun nicht mehr zu beklagen.

Die bisherigen Besucherzahlen sehen die Schausteller mit gemischten Gefühlen. Zwar haben seit der Eröffnung am vergangenen Freitag tausende Menschen die Herbstkirmes besucht. Doch trotzdem blieben die Einnahmen der Schausteller deutlich hinter den Erwartungen zurück. Unter der Hand berichtet das fahrende Volk immer wieder von denselben Problemen. „Wenn die Kirmes am Monatsende anfängt, haben die Menschen kein Geld“, sagt ein Mitarbeiter der Münzspielbude Goertz. „Mein Gehalt ist abhängig vom Umsatz unseres Geschäfts, daher kann ich genau sagen, dass es nicht gut läuft.“

Mit dem Standort Krefeld habe die Misere nichts zu tun, ist man sich unter den Schaustellern sicher. „Das Gleiche passiert am Ende des Monats auch in Neuss, Herne und Düsseldorf, sagt die Mitarbeiterin eines Süßwarenstandes. Auch beim Wetter sei ja leider keine Besserung in Sicht. Eine weitere mögliche Ursache für die Zurückhaltung beim Geldausgeben liefert das Ehepaar Paul und Erika Remmler. „Wir waren schon am Sonntag mit unserem Enkelkind hier, waren allerdings von den Preisen pro Fahrt überrascht. Familien mit mehreren Kindern können sich diesen Spaß sicherlich nicht leisten“, sagen sie.

50 Kinder des Heilpädagogischen Zentrums durften gratis fahren

Die Sprödentalkirmes geht noch bis Sonntag, 7. Oktober.

Am Feiertag ist die Kirmes von 11 bis 23 Uhr geöffnet; Do., Fr. und Sa. von 14 bis 23 bzw. 24 Uhr, Sonntag 11 bis 22 Uhr.
 

Trotz der Sorgen um fehlende Einnahmen stellten die Schausteller am Dienstag wieder ihr großes Herz unter Beweis. Rund 50 Kinder des Heilpädagogischen Zentrums in Anrath durften unentgeltlich die Fahrgeschäfte nutzen. „Unsere Kinder sind seit einer Woche außer Rand und Band. Es ist unglaublich, wie sehr sie sich auf den heutigen Tag gefreut haben“, sagt Eva Quander, stellvertretende Leiterin.

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