Vom Tisch ist eine Zusammenführung aller Verwaltungseinheiten in der Alten Kirche. Geprüft wird der Standort Seyffardstraße.

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An der Pauluskirche 1 ist der Sitz des evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen. Doch der Platz an diesem Standort reicht nicht mehr aus.

An der Pauluskirche 1 ist der Sitz des evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen. Doch der Platz an diesem Standort reicht nicht mehr aus.

Jochmann

An der Pauluskirche 1 ist der Sitz des evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen. Doch der Platz an diesem Standort reicht nicht mehr aus.

Krefeld. An der Pauluskirche 1 - das ist zwar eine wohlklingende Adresse für den Sitz eines evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen. Aber zufrieden sind die Verantwortlichen mit den Gegebenheiten vor Ort nicht mehr. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Superintendent Burkhard Kamphausen. Knapp 40 Mitarbeiter sind an diesem Standort derzeit beschäftigt. Und weitere sind zu erwarten.

Denn spätestens seit der vergangenen Landessynode ist klar: Die Landeskirche wird Aufgaben, die bisher sie übernommen hatte, nach „unten“ abgeben – also an die Kirchenkreise. Und die Gemeinden sollen beispielsweise Haushaltsangelegenheiten nach „oben“ abgeben - an ihren Kirchenkreis. „Das ist für uns eine schwierige Sandwichposition“, sagt Kamphausen.

Ein Zentrum in der Alten Kirche hätte acht Millionen Euro gekostet

Eine Position, die auch zusätzliches Personal bedeuten kann. Doch das Gebäude An der Pauluskirche ist nicht nur eigentlich zu klein, sondern auch sanierungsbedürftig: das Dach, die obere Etage, die Heizung. Hinzu kommt, dass der Kirchenkreis gerne seine drei Standorte in Krefeld an einem zusammenführen würde – und zwar am liebsten an zentraler Stelle. „Das hätte Synergieeffekte, aber vor allem Vorteile in der Kommunikation“, sagt der Superintendent.

Doch die letzte Idee, dies in der Alten Kirche zu tun (die WZ berichtete), ist endgültig vom Tisch. Überall in der evangelischen Kirche muss in den kommenden Jahren gespart werden (siehe Kasten). „Und da kann ich nicht vor die Synode treten und sagen, wir schaffen ein evangelisches Zentrum für acht Millionen Euro“, so Kamphausen. Denn diese Kosten hatte die Machbarkeitsstudie errechnet, der Kirchenkreis aber maximal die Hälfte davon ausgeben wollen.

In der Überlegung befinden sich auch neue Arbeitsmodelle

Nun ist der Ausbau des Standorts an der Seyffardstraße eine denkbare Lösung, um alle unter ein Dach zu holen – auch die insgesamt 33 Mitarbeiter vom Westwall 40, wo der Kirchenkreis beziehungsweise das Diakonische Werk im Kirchenkreis und die evangelische Altenhilfe nur Mieter sind. „Derzeit ist es eines von mehreren Modellen, die durchdacht werden müssen“, erklärt Kamphausen. An der Seyffardstraße sind derzeit mit Jugend-, Schul- und Frauenreferat des Kirchenkreises sowie dem Referat für Tageseinrichtungen für Kinder acht Mitarbeiter untergebracht.

Bis 2018 sollen im Bereich der Landeskirche 11,3 Millionen Euro eingespart werden.

Die Entwicklung der Kirchensteuer sei gut, sagt Kamphausen. „Wir haben Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung.“ Von ihr profitiert die Kirche durch den prozentualen Steuersatz auf die Lohnsteuer. Das Problem: Zwei Drittel flössen in Personalkosten, die Tarife erhöhten sich weiter. Das schlage sich in der Bilanz sichtbar nieder.

Bis zum Jahr 2030 wird ein Rückgang der Kirchenmitglieder um ein Drittel prognostiziert und – damit verbunden – Einbußen bei der Kirchensteuer um etwa die Hälfte. Deshalb kann das Angebot der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) nicht im bisherigen Umfang erhalten bleiben. Weil in den vergangenen Jahrzehnten versäumt wurde, ausreichend Geld für die Pensionsansprüche der Geistlichen und Kirchenbeamten in die kircheneigene Versorgungskasse einzuzahlen, ist eine Lücke von etwa einer Milliarde Euro entstanden, die man nun nach und nach schließen will.

Sanieren, neu bauen oder mieten? Zu klären sei auch, ob man in der Zukunft wirklich 2500 Quadratmeter braucht. So seien auch neue Arbeitsmodelle denkbar, bei denen die Beschäftigten beispielsweise einen halben Tag im Büro arbeiteten und den Rest im Homeoffice erledigten und sich so Schreibtische mit Kollegen teilen könnten.

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