Alternative Fakten, Populismus: Themen, zu denen die Kirchen in der Region nicht schweigen wollen.

Lothar Zimmermann (v.l), Annelie Wulff, Gabi Terhorst, Johannes Quadflieg, und Tobias Kremer präsentieren das Video auf einer Leinwand.
Lothar Zimmermann (v.l), Annelie Wulff, Gabi Terhorst, Johannes Quadflieg, und Tobias Kremer präsentieren das Video auf einer Leinwand.

Lothar Zimmermann (v.l), Annelie Wulff, Gabi Terhorst, Johannes Quadflieg, und Tobias Kremer präsentieren das Video auf einer Leinwand.

DJ

Lothar Zimmermann (v.l), Annelie Wulff, Gabi Terhorst, Johannes Quadflieg, und Tobias Kremer präsentieren das Video auf einer Leinwand.

Krefeld. „Was du tust, muss nicht meine Meinung sein.“ Und: „Dass jemand die Sorgen hört, die dich umtreiben.“ Oder: „Für alle mit Migrationshintergrund, weil unsere Stadt nicht braun ist, sondern bunt.“

Es sind drei Aussagen von vielen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, mit denen junge Menschen in einem Videoclip aufgefordert werden, wählen zu gehen. Mit dieser modernen Botschaft, vorgetragen von der Poetry Slammerin Felicia Brembeck, wollen die evangelische und katholische Kirche in der Region gemeinsam neue Wege gehen. Der Videoclip ist ab sofort auf Youtube und Facebook zu sehen. Das 2:30-Minuten-Werk ist überschrieben mit: „Ich will, dass Du‘s tust!“ – Demokratie gestalten. Es ist zeitlos, kann auch zur Bundestagswahl laufen, oder immer.

Für die Landtagswahl am 14. Mai scheint es ohnehin ein wenig knapp zu werden. Sei‘s drum. Es gibt stets genug Leute, die unentschlossen sind bis kurz vor der Wahlurne. Angesprochen sind die 20- bis 40-Jährigen. Eine Wahlempfehlung wird nicht ausgesprochen. „Die Leute sollen zuhören, sich Gedanken machen, wen sie wählen wollen. Wir wollen die jungen Menschen erreichen, die nicht in die Kirche kommen, damit sie von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen“, erklärt Johannes Quadflieg, Regionaldekan der katholischen Region Kempen-Viersen. „Wir wollen als Kirche nicht schweigen.“

Was kann man dem aufkommenden Populismus, dem Ruf nach einfachen Lösungen und der Flucht in „alternative Fakten“ entgegensetzen? Das sind Fragen, die die Verantwortlichen der Kirchen umtreiben. „Der Clip stellt sich gegen populistische Parolen, die zu Ausgrenzung und Diskriminierung aufrufen.“ Superintendent Burkhard Kamphausen erklärt den Hintergrund des Videos so: „Weil wir der Meinung sind, die demokratischen Aufgaben wahrnehmen zu müssen. Der Clip ist ein aktives Kommunikationsmedium.“ Lothar Zimmermann, Vorsitzender des Katholikenrates der Region Krefeld, erklärt, das Werk solle aufmerksam machen auf bestimmte Gruppierungen, die ein „verengtes Weltbild haben“ und dass „ausländische Mitbürger Partner sind“.

Die genannten Personen gehören zu 30 Menschen aus der Region, die für diese Werte einstehen, und diesen Worten ein Gesicht verleihen. Sie sind im Clip in Portraits zu sehen. Als Hintergrund läuft leise Musik und die Stimme der Slammerin ist zu hören. Eindringlich, emotional und modern. Annelie Wulff, Mitglied der Leitung des evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen betont einen weiteren Aspekt der Zusammenarbeit: „Es ist ein ökumenisch wertvolles Projekt.“

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