In der Kita St. Margareta lernt der Nachwuchs in einfachen Schritten die Erste Hilfe.

Mithilfe von Puppen, lernten die Kinder, worauf es im Notfall bei der Beatmung ankommt.
Mithilfe von Puppen, lernten die Kinder, worauf es im Notfall bei der Beatmung ankommt.

Mithilfe von Puppen, lernten die Kinder, worauf es im Notfall bei der Beatmung ankommt.

Dirk Jochmann

Mithilfe von Puppen, lernten die Kinder, worauf es im Notfall bei der Beatmung ankommt.

Krefeld. „Ich möchte euch beibringen, Leben zu retten. Oder seid ihr noch zu klein dafür?“ Ein lautes „Nein“ schallt aus den Reihen der Kindergarten-Kinder. „Und kann man nur durch zugucken Leben retten?“ Wieder kommt ein klares „Nein“. Die Fragen stellte Frank Risy, der gestern in der Kita St. Margareta in Linn zu Besuch war. Er selbst bezeichnet sich als „Mutigmacher“. Er hält Vorträge, die Kinder und auch Erwachsene dazu animieren sollen, im Ernstfall zu handeln. „Man kann nicht früh genug damit anfangen, Kindern die Erste Hilfe beizubringen“, sagt Risy. „Wenn sie jetzt schon lernen, dass das auch noch Spaß machen kann, nehmen sie die Erste Hilfe später auch ganz anders wahr.“

Natürlich können die Kinder nach dem Kurs keine vollständige Erste Hilfe leisten, aber zumindest wird ihnen die Angst davor genommen. „Das ist ,kindzentriert’ und mutmachend“, meint auch Kindergartenleiterin Gabriele Moesgen. „Da merken die Kinder selber, dass sie helfen können.“ Die Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU) möchte gemeinsam mit dem Verein „Ein Leben retten!“ Menschen erreichen. „Wir wollen zusammen mit Partnern das Know-how um das Notfallwissen in Deutschland verbreiten“, so Michael Risthaus, Präventionsberater der BKK VBU.

Notrufnummer 112 – Hilfe kommt vorbei

In einfachen Schritten erklärt Risy den Jungen und Mädchen, was sie im Notfall zu tun haben. Der erste Schritt ist, das Opfer zu „wecken“. „Und kann man beim Wecken etwas falsch machen?“ Als Antwort bekommt er ein bestimmtes „Nein“. Als nächstes lernen die Kinder den Notruf. „Die Notrufnummer ist 112, Hilfe kommt vorbei.“ Begeistert sprechen die Kleinen es Risy nach. Damit sie es genau wissen, spielt er ihnen vor, wie ein Notruf abläuft. „Ganz wichtig ist es, dass ihr den Hörer erst auflegt, wenn derjenige auf der anderen Leitung es euch sagt. Sonst könnt ihr ihm ja keine Fragen mehr beantworten.“

Der nächste Schritt ist, nach der Atmung des Opfers zu horchen. „Wo müsst Ihr hingucken, um zu prüfen, ob derjenige noch atmet?“ „Am Bauch, wenn der sich bewegt, bekommt er noch Luft“, weiß ein blondes Mädchen ganz vorne. Wenn jemand keine Luft mehr bekommt, muss man den Kopf nach hinten legen. „Damit die schlappe Zunge ihn nicht am Atmen hindert“, erklärt der Dozent. Anschließend lernen die Kindergartenkinder an Puppen eine vereinfachte Form der stabilen Seitenlage und dürfen sie selber beatmen. Einer nach dem anderen darf in die Mitte kommen und sein Können unter Beweis stellen. „Wenn hier jetzt heute jemand umkippen würde, würdet ihr euch dann trauen zu helfen?“. Die Kinder antworten mit „ja“. Als Risy simuliert, ohnmächtig zu werden, stürmen alle Kinder in die Mitte, um ihn zu retten. Am Ende überreicht Risy Lebensretter-Urkunden. Sichtlich stolz nehmen die Kinder sie entgegen.

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