Vereine erarbeiten Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt.

Vereine erarbeiten Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt.
Der Landessportbund gibt Vereinen Hilfen, um Übergriffe auf Kinder und Jugendliche zu verhindern. Symbol

Der Landessportbund gibt Vereinen Hilfen, um Übergriffe auf Kinder und Jugendliche zu verhindern. Symbol

dpa

Der Landessportbund gibt Vereinen Hilfen, um Übergriffe auf Kinder und Jugendliche zu verhindern. Symbol

Krefeld. Der Kinder- und Jugendschutz gewinnt in Sportvereinen immer größeren Stellenwert. Seit 2013 erproben 28 Sportvereine im Bereich des Landessportbundes NRW (LSB) in einer Pilotphase, welche Kriterien und Anforderungen sinnvoll umgesetzt werden können, um innerhalb der Vereine eine Aufmerksamkeitskultur zum Schutz vor sexualisierter und verbaler Gewalt zu etablieren. Die Pilotphase ist nun beendet und ab 2017 soll dieses Schutzkonzept Voraussetzung sein, um Mitglied im Qualitätsbündnis zu werden. Ziel ist es, ein breites Bündnis zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport in ganz NRW zu schaffen.

Der Stadtsportbund (SSB) Krefeld startet im kommenden Jahr dazu eine Initiative. „Wir wollen erreichen, dass sich Krefelder Sportvereine dem Qualitätsbündnis anschließen“, sagt Jens Sattler, der Geschäftsführer des Stadtsportbundes. Der LSB hat einen „Handlungsleitfaden für Vereine“ als Broschüre herausgegeben, der Hilfestellung bietet beim Umgang mit diesem Thema.

Bayer Uerdingen und Marathon Krefeld haben Vorreiterrolle

Eine Vorreiterrolle spielen in Krefeld die Vereine SC Bayer 05 Uerdingen und CSV Marathon 1910. Hier wurden Empfehlungen des Landessportbundes bereits umgesetzt.

Dazu gehören ein Ehrenkodex und Verhaltensregeln für die Übungsleiter, die zudem alle ein „erweitertes polizeiliches Führungszeugnis“ vorweisen müssen, wie in pädagogischen Berufen üblich. Außerdem gibt es Ansprechpartner im Verein, die von Eltern, Kindern und Jugendlichen und den Trainern des Vereins im Bedarfsfall zu Rate gezogen werden können.

„Wir tragen eine besondere Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen in unserem Verein. Wir wollen deshalb alles, was möglich ist, zum Schutz unserer jungen Mitglieder tun“, sagt Jörg Heydel, der Geschäftsführer des SC Bayer als Antwort auf die Frage nach der Motivation des Vereins. Oliver Leist, der Präsident des CSV Marathon, fügt hinzu: „Wir wollen den Kindern, Jugendlichen und auch den Eltern in unserem Verein eine größtmögliche Sicherheit bieten.“

Unterstützung finden die Vereine sowohl beim Landessportbund, der unter anderem Fortbildungen für Ansprechpartner anbietet, als auch beim SSB, der im Kontakt mit anderen zuständigen Stellen, wie zum Beispiel dem Jugendamt, steht. „Außerdem stehen wir den Vereinen jederzeit für Fragen zur Verfügung“, betont Jens Sattler.

Ausgehend von dieser Erkenntnis ist es das gemeinsame Ziel der beiden Sportverbände und der Vereine das Thema zu enttabuisieren, präventiv tätig zu werden und in Krisen- und Verdachtsfällen Orientierung zu geben und damit handlungsfähig zu sein.

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