Ein Gespräch im Ausländeramt wertet Anwältin nicht als positiv. Neuer Anlauf in einer Woche.

Asyl
Anwältin Julia Masin und Gemeindereferent Jochen Pesch (M.) sowie Kirchenvorstand Christoph Bückers von der Gemeinde St. Anna begleiteten Adnan C. am Montag zur Ausländerbehörde am Hauptbahnhof.

Anwältin Julia Masin und Gemeindereferent Jochen Pesch (M.) sowie Kirchenvorstand Christoph Bückers von der Gemeinde St. Anna begleiteten Adnan C. am Montag zur Ausländerbehörde am Hauptbahnhof.

Andreas Bischof

Anwältin Julia Masin und Gemeindereferent Jochen Pesch (M.) sowie Kirchenvorstand Christoph Bückers von der Gemeinde St. Anna begleiteten Adnan C. am Montag zur Ausländerbehörde am Hauptbahnhof.

Krefeld. Noch keine Lösung im Fall von Adnan C.: Das von der Ausländerbehörde vorgeschlagene Gespräch mit dem von Abschiebung bedrohten C. und seiner Düsseldorfer Rechtsanwältin Julia Masin brachte am Montag kein konkretes Ergebnis. Wie berichtet, sollte der 46 Jahre alte Kurde Mitte März in die Türkei abgeschoben werden. Bis zum kommenden Montag hat er nun Zeit, der Behörde neue Vorschläge zu machen. Seine Duldung läuft am 30. April ab.

„Leider ist das Gespräch abschließend nicht als positiv zu bewerten“, schätzt Anwältin Masin nach dem Treffen im Ordnungsamt ein. „Die Behörde hat auf den alten Forderungen bestanden, wonach C. erst mit der Annahme eines türkischen Passes in Krefeld bleiben könne.“ Das, so die Düsseldorfer Juristin, habe die Behörde „sehr nachdrücklich und willensstark vertreten“.

Adnan C. war bei dem rund einstündigen Gespräch in Begleitung seiner Frau Nawal, seiner Anwältin und als Vertreter von St. Anna Kirchenreferent Jochen Pesch und Vorstandsmitglied Christoph Bückers. Von Seiten der Behörde waren Ordnungsamtsleiter Georg Lieser, der Leiter des Ausländeramts, Frank Kollenbroich, sowie Sachgebietsleiterin Maria Maximowitz dabei.

Kompromissbereitschaft von der Behörde nicht zu erwarten

„Wir werden jetzt gemeinsam überlegen, wie wir in den nächsten Tagen doch noch eine Lösung finden“, sagt Julia Masin. Es scheine jedoch keine Kompromissbereitschaft bei der Behörde vorhanden zu sein. Nur wenn der Kurde einen türkischen Pass akzeptiere, könne er hier verbleiben. Seine Frau Nawal: „Das hat für uns viel mit Stolz und Ehre zu tun. Das aber spielt für die Behörde hier keine Rolle. Für uns aber sehr.“

Bereits Mitte März sollte der 46-Jährige abgeschoben werden. Daraufhin suchte er in St. Anna im Inrath um Kirchenasyl nach. Er lebt seit über 30 Jahren in Krefeld, ist verheiratet und hat drei Kinder. C. stammt nach eigenen Angaben aus dem Libanon, spricht kein Türkisch und weist eine Geburtsurkunde aus dem Libanon vor. Sein Vater ist dort begraben.

Oberbürgermeister Gregor Kathstede hatte Innenminister Ralf Jäger um die Prüfung des Falles gebeten. In seinem Antwortschreiben stellt der SPD-Politiker zwar das juristisch korrekte Verhalten der Behörde fest, in dem Schreiben an Kathstede stellt er aber auch klar: „Soweit Sie inzwischen Zweifel an der Angemessenheit der gerichtlich durchgesetzten Entscheidungen Ihrer Ausländerbehörde hegen, bleibt eine nochmalige Prüfung möglicher Handlungsalternativen Ihrer behördlichen Entscheidung überlassen.“

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