Künftig kann man eine behördliche Anordnung der Stadt Krefeld wohl etwas lockerer nehmen. Der Oberbürgermeister tut’s schließlich auch. Gestern war - wie es im Juristen-Deutsch heißt - das Erscheinen Gregor Kathstedes vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster angeordnet worden. Als Beteiligter hatten ihn die Richter verpflichtet, beim Prozess anwesend zu sein. Aber der Oberbürgermeister kam nicht. Er hat sich auch nicht vorher gemeldet oder entschuldigen lassen.

Es ist unstrittig, dass Kathstede nichts zur Aufklärung hätte beitragen können, weil er damals noch nicht im Amt war. Trotzdem kann er sich nicht einfach über eine Anordnung des Gerichts hinwegsetzen. Deshalb hat er dafür die Konsequenzen zu tragen. So, wie es jeder andere Bürger auch müsste - etwa bei Anordnungen der Stadt Krefeld.

Das Verhalten des Oberbürgermeisters ist aber nur das i-Tüpfelchen auf einem bizarren Rechtsstreit, bei dem die Stadt jetzt die Schuld einräumt. Das hätte sie schon vor Jahren tun können, anstatt lange Zeit zu vertuschen. So muss jetzt auch noch die Allgemeinheit die Zeche zahlen.

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