Im Sommer sollte die Hildegardis-Apotheke einen neuen Telefonzugang bekommen. Seitdem funktioniert nichts mehr.

Krefeld. Fünf geplatzte Termine, ungezählte Mails, ein drei Finger dicker Schriftwechsel und ein halbes Jahr verlorene Zeit. Andreas Hacker, Inhaber der Hildegardis-Apotheke in Oppum, ist der Verzweiflung nahe. Die Umstellung seiner beiden ISDN-Anschlüsse auf Voice over IP (VoIP) der Telekom klappt bis heute nicht. „Zurzeit können die täglich gut 80 Telefonate mit unseren Ärzten, Kunden und dem Warenwirtschaftsgeschäft nur auf einem Handy mit Rufumleitung erfolgen, das auch nicht überall im Haus funktioniert. Wir sind mit den Nerven fast am Ende“, erklärt der Chef.

Angefangen haben die Probleme im März, als die Telekom ankündigte, die beiden Anschlüsse der Apotheke zum 2. Juli umzustellen. Hacker: „Mit meiner Ansprechpartnerin im Unternehmen klärte ich die Voraussetzungen für die Umstellung, kaufte exakt die von der Telekom geforderte Hardware, unterzeichnete Verträge und wartete auf die Änderung, die auf einer Leitung Faxgerät, EC-Cash, die Datenleitung zu den Lieferanten betrifft und den Telefonanschluss auf einer zweiten umfasst.“

Im Dezember war der Telefonanschluss plötzlich weg

Aus verschiedenen Gründen sei es nicht zu den vereinbarten Terminen mit den Technikern gekommen. Meistens sei erst am Vormittag des gleichen Tages abgesagt worden, unter anderem weil Urlaubszeit sei. „Ein anderes Mal hieß es: ,Es ist keine Leitung in Oppum frei.’“ Hacker: „Die gesamte Apotheke wurde dann im Oktober lahmgelegt. Es ging gar nichts mehr. An einem Tag konnten wir nur noch telefonieren, mussten alle anderen Tätigkeiten per Hand erledigen – wie in den 60er Jahren.“

Im Dezember dann, so Hacker, die „zweite Katastrophe“: „Intern hatte die Telekom die Umstellung erneut vermerkt. Offenbar wurde vergessen, als der Termin nicht stattfand, das alte System zu belassen. Jedenfalls habe ich seitdem keinen Telefonanschluss mehr.“ Der Tipp, die Rufumleitung auf eine andere Nummer zu schalten, war eine Idee des Apothekers, die von der Telekom auch umgesetzt wurde.

Hacker findet, dass eine Sache dreimal schiefgehen kann, aber nicht so häufig wie bei diesem Vorgang. „Da kommt nichts vom Unternehmen, wir können nicht ordentlich arbeiten, das ist geschäftsschädigend. Von Kollegen weiß ich, dass auch sie Schwierigkeiten haben. Einen neuen Termin habe ich nicht.“

Auf Anfrage der WZ teilt eine Telekom–Sprecherin mit: „Es tut uns leid, wenn es hier zu Unannehmlichkeiten gekommen ist. Unser Kundenservice hat mir zu dem Fall folgendes mitgeteilt: Ursprünglich war eine Umstellung des Anschlusses von Herrn Hacker auf IP-Technik im Oktober geplant.“ Wegen Schwierigkeiten mit den Geräten beim Kunden sei die Umstellung verschoben worden. „Da der Kunde eine Rückabwicklung gewünscht hat, wurde das veranlasst und die aktuell bestehende Anrufweiterschaltung aktiviert. Unsere Servicekollegen stehen mit Herrn Hacker in Kontakt.“

Ein neuer Termin für die Montage der Geräte und die Umstellung des Anschlusses sei für Mitte Januar geplant.

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