Fliesenleger bemerkten nicht, dass sich Gismo hinter der Badewanne verkrochen hatte. Besitzerin hörte Klagelaute per Zufall.

Durch dieses Loch kam Gismo wieder in die Freiheit.
Durch dieses Loch kam Gismo wieder in die Freiheit.

Durch dieses Loch kam Gismo wieder in die Freiheit.

Die Nase voll von diesem Ort hat Stubentiger Gismo. Zwölf Tage war er mit der Wanne eingemauert und verfliest. Nur im Arm von Barbara Leuwen ist die verschmuste Hauskatze wieder ins Badezimmer zu bekommen.

Privat, Bild 1 von 2

Durch dieses Loch kam Gismo wieder in die Freiheit.

Krefeld. Gismo, die weiße Hauskatze von Barbara Leuwen und ihrem Lebensgefährten Werner Rüdigen von der südlichen Hochstraße, ist ein richtiger City-Stromer. Mal besucht sie die Mitarbeiterinnen des benachbarten Schuhgeschäftes in ihrem Aufenthaltsraum, mal schaut sie durch die Hintertür in einem Schmuckladen nach dem Rechten.

Insofern machte sich Barbara Leuwen noch keine Sorgen, als sie von der Arbeit nach Hause kam und von ihren beiden Katzen nur Mieze, Gismos Mutter, antraf.

"Die Fliesenleger haben sicher die Türen offen gelassen", hatte das Paar eine Erklärung für das Verschwinden des sechs Jahre alten Stubentigers. Die Besitzerin hängte Fahndungszettel aus, suchte unter den Regalen in den Geschäften der Hochstraße und nervte das Tierheim mit täglichen Anrufen.

Was sie nicht zu träumen gewagt hatte: Gismo war mit der neuen Badewanne hinter Gasbetonsteinen eingemauert und dann verfliest worden. Zwölf Tage lang verbrachte die Katze in dem licht- und luftlosen Verlies - und sie überlebte ohne offensichtlichen Schaden.

Eher ein Zufall, dass sie überhaupt entdeckt wurde. "Ich habe ausnahmsweise Wäsche im Badezimmer sortiert, weil dort die Waschmaschine provisorisch steht. Da habe ich leise Klagelaute gehört", berichtet Barbara Leuwen. "Als ich ihren Namen rief, hat sie geantwortet. Aber wo das Tier steckte, war völlig unklar.

Werner Rüdigen, von Beruf Dachdecker, ist der abenteuerlustigen Katze schon häufiger nachgestiegen: "Ich habe die Lüftung kontrolliert und in der alten Wohnung oben nachgesehen." Denn wegen der Stubentiger ist das Paar gerade in die erste Etage umgezogen. Alles Suchen war vergebens. Es blieb nur die Wanne. "Dann habe ich Fliesen und Gasbetonsteine eingeschlagen". Mager, klagend und völlig verdurstet stürzte sich Gismo auf das Wasser, das Frauchen bereitstellte. Erst dann wurde gefressen.

Irritiert ist das Paar wegen Mieze, acht Jahre alt. "Warum hat die Mutter von Gismo nichts gemerkt und uns nicht hingeführt?" Den Hund von Barbara Leuwens Tochter, einen Husky, hatte es bei Besuchen immer wieder ins Badezimmer getrieben. Die Katzenfreundin: "Und wir glaubten, der Hund hätte Durst gehabt."

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