Um Flüchtlinge unterzubringen, könnten Wohncontainer in den Forstwald und an die Kempener Allee kommen.

Planung
Das Kasernengelände in Forstwald könnte Standort für Wohncontainer werden, in denen Flüchtlinge leben. Archiv

Das Kasernengelände in Forstwald könnte Standort für Wohncontainer werden, in denen Flüchtlinge leben. Archiv

Wie hier in der Fichte-Sporthalle an der Lindenstraße müssen in Krefeld weitere Herbergen für Flüchtlinge geschaffen werden.

Andreas Bischof, Bild 1 von 2

Das Kasernengelände in Forstwald könnte Standort für Wohncontainer werden, in denen Flüchtlinge leben. Archiv

Krefeld. Die beiden Kasernengelände in Forstwald und an der Kempener Allee werden möglicherweise Unterkünfte für Flüchtlinge. Zwar ist aktuell die Unterbringung von Flüchtlingen in den Gebäuden eher unwahrscheinlich. Nicht ausgeschlossen werden kann jedoch die Aufstellung von Wohncontainern auf den Freiflächen der Forstwald-Kaserne („Francisca Barracks“) für die so genannte Erstunterbringung von Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen.

Die Lösung der Unterbringungsfragen ist angesichts der wachsenden Zahl der Flüchtlinge sowohl für NRW als auch für die Stadt Krefeld akut. In der Stadt wird bis Ende kommenden Jahres mit einer Zahl von 1800 gerechnet. Ende dieses Jahres rechnet das Sozialamt mit 1200 Flüchtlingen. Umgerechnet auf eine Einwohnerzahl von 220 000 sind das 0,54 Prozent.

„Noch ist nichts entschieden“, erklärt auf WZ-Anfrage Christoph Göbbeler, Sprecher der Bezirksregierung in Arnsberg. Dort sind derzeit alle Fragen im Zusammenhang mit der Erstunterbringung und Verteilung von Flüchtlingen in NRW konzentriert. Frühestens in einer Woche könne er zu der Frage definitiv Stellung nehmen. „Was wir vor allem brauchen, ist die sofortige Nutzung von Wohnraum. Wenig nützen uns derzeit Objekte, die erst in einem Jahr oder später zur Verfügung stehen“, sagt Göbbeler mit Blick auf die seit zwölf Jahren leer stehenden Gebäude an der Kempener Allee. Derzeit stünde eine Vielzahl von Objekten im Lande unter Beobachtung.

Gebäude im Forstwald sind nur noch abbruchreif

Deshalb sei auch die Errichtung von Containeranlagen nicht auszuschließen. Darauf verweist auch Norbert Stahl, bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in Münster zuständig für Flüchtlingsfragen. Beide Kasernenkomplexe sind Eigentum der Bima. Die Gebäude in Forstwald seien zwar nur noch abbruchreif, aber die Freiflächen dort ließen sich für die Errichtung von Wohncontainern nutzen.

Parallel dazu laufen bei der Bundesanstalt die Verkaufsverhandlungen für den Komplex Kempener Allee, bestätigt Silvia Auffahrt, NRW-Verkaufsleiterin für Konversionsobjekte. Allerdings sind bereits eine Reihe von Verkaufsverhandlungen zwischen Bima und potenziellen Investoren im Laufe der letzten Jahre ergebnislos im Sande verlaufen.

In der Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion im November (Drucksache 18/2842) heißt es u.a.: „Grundsätzlich kann mit einer temporären Bereitstellung leerstehender Kasernen vorübergehend ein erhöhter öffentlicher Bedarf an Nutzungs- und Unterbringungsmöglichkeiten aufgefangen werden. Die Bundesanstalt unterstützt aktiv – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern, indem sie kommunalen und staatlichen Einrichtungen alle hierfür geeigneten Liegenschaften aus ihrem Bestand anbietet

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag räumt die Bundesregierung in Berlin ein, dass die Bima mit der „temporären Bereitstellung leerstehender Kasernen“ vorübergehend einen erhöhten öffentlichen Bedarf an Flüchtlingsunterkünften auffangen könne (siehe Kasten).

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