Burkhard Kamphausen und Johannes Sczyrba sagen ihre Meinung zur Krefelder Beleuchtung.

wza_499x660_582385.jpeg
Burkhard Kamphausen

Burkhard Kamphausen

Burkhard Kamphausen

Krefeld. Burkhard Kamphausen ist der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen. Johannes Sczyrba der Regionaldekan für Krefeld/Meerbusch. Während beispielsweise der Augsburger Bischof Walter Mixa das Verhalten der Krefelder Geschäftsleute scharf kritisiert, christliche Motive aus der Weihnachtsbeleuchtung zu verbannen, sehen die Sprecher der beiden Konfessionen die Diskussion differenzierter. Die WZ fragte sie nach ihrer Sichtweise.

Was halten Sie von der Diskussion über die winterliche Straßenbeleuchtung?

Burkhard Kamphausen: Die Diskussion darüber finde ich sehr interessant. Dabei sollte man sich die Frage stellen, was ist weihnachtlich und was nicht?

Johannes Sczyrba: Die Weihnachtsbeleuchtung ist eine rein kommerzielle Angelegenheit, die nur zum Kaufen motivieren soll; sie ist keine christliche Angelegenheit. Deshalb bin ich sogar froh, dass Krefelder Christen mit diesem Kommerz nichts mehr zu tun haben.

Teilen Sie die Kritik daran, dass die Verbannung christlicher Elemente aus dem Straßenbild zu einer Abwertung des Heiligen Festes führt?

Kamphausen: Ich sehe diese Entscheidung der Werbegemeinschaft nicht als Verbannung an. Es gibt ganz pragmatische Gründe dafür: Bessere, stromsparende Glühbirnen, bessere Lagerungsmöglichkeiten. Motive wie der Weihnachtsmann oder der Weihnachtsbaum sind doch keine christlichen Ursymbole. Überhaupt: Wenn man nach der Geschichte in der Bibel geht, hätten wir wenig Beleuchtungsmotive.

Statt des evangelischen Reformationstages am 31. Oktober wird in Deutschland immer häufiger das amerikanische Halloween gefeiert. Auch die katholische Kirche beklagt, dass die Menschen immer weniger vom Sinn der Feiertage wüssten. Ist die Kirche deshalb nicht aufgefordert, christliche Werte verstärkt zu vermitteln?

Kamphausen: Wir bemühen uns kräftig, den Inhalt der Feiertage zu transportieren. Dazu sind auch kreative Ideen gefragt. Die Menschen, die Halloween feiern, kennen keine Alternative, und sie haben auch vorher nicht den Reformationstag gefeiert.

Ist die Empörung nicht auch verknüpft mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, wonach das Symbol für das Christentum, das Kreuz, nicht mehr in Klassenzimmern aufgehängt werden darf?

Sczyrba: Wir haben langfristig ein Problem, wenn christliche Symbole zurückgedrängt werden, wie durch dieses Urteil. Die Weihnachtsbeleuchtung hat nichts mit dem Christentum zu tun.

Fürchten Sie, dass christliche Symbole immer mehr verschwinden?

Kamphausen: In der Schöpfungsgeschichte wird beschrieben, wie Sonne, Mond und Sterne entstanden sind. Für die Babylonier waren es die Abbilder von Göttern. Für die Israelis schlichte Lampen. Entscheidend bei beiden Sichtweisen ist jedoch der liebe Gott dahinter, der alles erschaffen hat.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer