Die Pfarrei Papst Johannes XXIII. will alle drei Kirchen erhalten. Aachen hat aber nicht genug Geld.

Josefkirche
Für die Josefkirche fehlt das Geld vom Bistum Aachen, das sparen muss

Für die Josefkirche fehlt das Geld vom Bistum Aachen, das sparen muss

Dirk Jochmann

Für die Josefkirche fehlt das Geld vom Bistum Aachen, das sparen muss

Krefeld. Sichtliche Erleichterung verspürten am Sonntag die Mitglieder der Gemeinde Liebfrauen im Anschluss an den Gottesdienst. Kirchenvorstand Professor Jürgen Schram hatte sie darüber informiert, dass die Liebfrauenkirche ebenso erhalten bleibt wie die ohnehin unstrittige Kirche St. Dionysius. Bangen um ihre Kirche müssen allerdings die Mitglieder von St. Josef, weil das Bistum in Aachen die Zuschüsse gestrichen hat. Diese Hiobsbotschaft hatten die Kirchenbesucher bereits vor einer Woche erhalten.

Gemeinde will die dritte Kirche aus eigenen Mitteln unterhalten

Dem steht jedoch der überraschende Gemeindebeschluss gegenüber, die Josefkirche aus eigenen Mitteln zumindest bis auf Weiteres erhalten zu wollen. Schram verbreitet Hoffnung: „Wir wissen, dass dies ein Spagat wird, aber wenn alle mitziehen und daran glauben, können wir es gemeinsam schaffen.“ Zurzeit sei der Erhalt der Josefkirche die einzige Idee. Ein Aufgabeszenario gebe es nicht.

Grund zur Hoffnung sieht Schram darin, dass sich die Josefkirche in einem guten Allgemeinzustand befindet. Größere Sanierungsarbeiten dürfen nicht anfallen, denn ohne die ab sofort fehlenden Zuschüsse des Bistums (60 Prozent) würde es dann eng. Fortan schwebt damit das Damoklesschwert über der Pfarrei.

Ob sich die Pfarrei Papst Johannes XXIII. mit dem Erhalt aller drei Gotteshäuser finanziell einen Gefallen tut, bleibt offen. Das Bistum fordert, ein Drittel des Raumbedarfs einzusparen. Deshalb wurden die Zuschüsse für die Josefkirche gestrichen. Wohin aber mit St. Josef? Die Kirche steht wie ihre Schwestern unter Denkmalschutz. „Eine Gemeinde muss sich schon überlegen, wie sie mit ihren Kulturgütern umgeht“, sagt Schram.

Alternative Einkünfte, etwa durch die Eröffnung von Kindergärten, seien nicht zu erwarten. Davon gebe es in der Umgebung der Kirchen genug. Auch eine Umwidmung in eine Grabeskirche sei ein hohes finanzielles Risiko. Und auch personell sieht der Kirchenvorstand kaum Spielraum zum Sparen. Ein Pfarrteam sorgt bereits für alle drei Kirchen. Liebfrauen- und Josefkirche wechseln sich an den Wochenenden mit dem Gottesdienst ab. Die Gemeindemitglieder hätten mit den Entfernungen zwischen den Kirchen keine großen Probleme, wurde in der Versammlung deutlich.

Wenn die jetzige Entscheidung, die Josefkirche zu erhalten, die kirchlichen Gremien passiert hat, kann der Beschluss nicht mehr geändert werden. Die Gemeinde St. Josef muss dann künftig alle Maßnahmen aus eigenem Budget bestreiten. 

Die ursprünglich selbstständigen Kirchengemeinden Liebfrauen, St. Dionysius, St. Josef und St. Norbertus (mit Pfarr- und Jugendheim) wurden 2008 zur Pfarrei Papst Johannes XXIII. fusioniert.

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