Die Gesamtschule war die erste der Stadt – begleitet von einigen Geburtswehen. Die Entscheidung um neue Schulleitung ist vor dem Abschluss.

Die Gesamtschule war die erste der Stadt – begleitet von einigen Geburtswehen. Die Entscheidung um neue Schulleitung ist  vor dem Abschluss.
Auch praktische Verkehrserziehung gehört zum umfangreichen Unterricht der Gesamtschule Kaiserplatz. Archiv

Auch praktische Verkehrserziehung gehört zum umfangreichen Unterricht der Gesamtschule Kaiserplatz. Archiv

Dirk Jochmann

Auch praktische Verkehrserziehung gehört zum umfangreichen Unterricht der Gesamtschule Kaiserplatz. Archiv

Krefeld. Wer sich aufmacht, alle drei Schulformen zusammenzufassen, der muss mit Kritik und Widerständen rechnen. Zumal, wenn es um ein solch hohes Gut wie die Bildung geht.

Der Kaiserplatz und seine Gesamtschule waren einst das Symbol eines erbitterten bildungspolitischen Richtungsstreits, was denn bitte wie das Beste ist – vor allem für Kinder, Eltern und Lehrer. 30 Jahre ist das jetzt her, als die einen, in den Gesamtschulen den Niedergang der Bildung prognostizierten, die Anderen mehr Chancen erkannten. Weil die Differenzierung in die Schule verlagert wird und nicht mehr zwischen verschiedenen Schulformen besteht.

Vorher war es übersichtlich: Hauptschule, Realschule, Gymnasium. Und dann sollte man an der Gesamtschule sein Abi machen können. Man konnte. Heute, 30 Jahre nach der Gründung der ersten Gesamtschule in Krefeld am Kaiserplatz, existieren sieben Gesamtschulen.

Zwei Schulleiter und zwei kommissarische Leitungen

Und weil Streit um Bildung auch immer hohe Politik ist, wollte Dieter Pützhofen, seinerzeit OB, keinen sozialistischen Kindergarten in der Stadt. Mittlerweile haben alle den aufrechten Gang gelernt und erlernt – und auch damit umzugehen. Der Kaiserplatz feiert diesen Meilenstein am Mittwoch mit einem Festakt im Forum am Kaiserplatz um 19 Uhr.

Am 20. Oktober 1985 wurde in der größten Schulausschusssitzung in der Geschichte Krefelds mit rund 500 Zuschauern in der Aula des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums um die Frage gestritten, welche Schule für die Gründung der ersten Gesamtschule der Stadt dafür schließen müsse. Die Hauptschule am Kaiserpark und die Marianne-Rhodius-Realschule mussten am Ende weichen. Und die Gesamtschule Kaiserplatz ist eine große, stabile Konstante geworden.

Ausschreibung Für die Stelle als Schulleiter muss die Lehrbefähigung für die Sekundarstufe I und die Sekundarstufe II vorliegen. Stellenbeschreibungen differenzieren zwischen höherem Dienst, der obersten der vier Laufbahnen im Beamtenrecht, und dem gehobenem Dienst.

Laufbahn Die Stelle war irrtümlich von der Bezirksregierung nur für Personen des höheren Dienstes ausgeschrieben – die Sekundarstufe II-Laufbahn. Aufgefallen ist das durch eine Bewerbung mit vermeintlich falscher Schullaufbahn, aber der notwendigen Lehrbefähigung.

Qualifikation Wer etwa an einer Hauptschule oder Realschule anfängt, hängt oftmals in der geringerwertigen Laufbahn fest, obwohl er die Qualifikation für andere Schulformen hat.

Zwei Schulleiter in 30 Jahren, zwei kommissarische Leitungen – gleich zu Beginn mit Ernst Schupp. Klaus Neubacher leitete die Gesamtschule gut 17 Jahre, ihm folgte Jochen Adrian für elfeinhalb Jahre, bis er im Sommer in den Ruhestand ging. Aktuell ist Adrians Stellvertreterin Heike Otto-Lauscher Herrin des Kaiserplatzes. Sie alle kommen natürlich zum Jubiläum, OB Frank Meyer wird reden und auch Ulrich Graf von der Bezirksregierung, wohnhaft in Krefeld. Die entscheidet auch über die Nachfolge von Adrian.

Beim Festakt wird darüber nicht offiziell geredet werden, zum Halbjahres-Wechsel aber soll die Gesamtschule Kaiserplatz unter neuer Leistung sein.

Kathrin Rengers ist aussichtsreiche Kandidatin

Die nachhaltigsten Indizien deuten auf Kathrin Rengers hin, die an der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule stellvertretende Schulleiterin ist. Sie verantwortet dort etwa die Unterrichtsverteilung und Stundenpläne, den Etat der Schule. Auch sie ist zum Festakt eingeladen, ebenso wie bei der Verabschiedung des ehemaligen Schulleiters Jochen Adrian.

Dass die Nachfolge mit halbjährlicher Verspätung erst erfolgt, ist einer Panne bei der Ausschreibung dieser Stelle zuzuschreiben (siehe Kasten). Jetzt deutet sich aber eine Lösung an – mit Vollzug zum Halbjahreswechsel.

Die Kandidaten jedenfalls haben die Prüfung hinter sich, die Gutachten der Bewertung stehen vor der Fertigstellung. Schuldezernent Gregor Micus ist informiert. Das Prozedere ist eines mit viel Abstimmungsbedarf. Entschieden wird die Personalie in Düsseldorf, der Kandidat muss sich dann der Schulkonferenz am Kaiserplatz stellen, schließlich noch vom Rat der Stadt bestätigt werden.

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