Die Anweisung kam von der Leitstelle. Pendler saßen fest.

Krefeld. Auf diesen Spaziergang bei klirrender Kälte hätte Renate L. gerne verzichtet: Die 54-Jährige aus Meerbusch-Bovert wollte am Mittwochmorgen gegen 9.30 Uhr eigentlich mit der U76 von der Haltestelle Meerbusch-Kamperweg nach Krefeld-Rheinstraße fahren.

Doch bereits am Stopp Dießem war Endstation. Die gut 20 Fahrgäste mussten raus. "Auf die Frage, wieso es nicht weitergeht, hat der Fahrer gesagt, er habe so viele Überstunden, die er abbauen müsse. Deshalb müsse er umkehren." Das tat er dann auch und machte sich wieder in Richtung Düsseldorf auf. Zurück blieben die verärgerten Pendler, die zu Fuß weiter marschierten.

Die Bahn hatte schon 42 Minuten Verspätung

Warten auf die nächste Bahn kam für L. nicht in Frage: "Ich musste am Kamperweg schon lange in der in der Kälte stehen, weil die Bahn Verspätung hatte." Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander zu dem Vorfall: "Der Fahrer hat zurückgewiesen, dass er etwas von ,Überstunden abbauen’ gesagt hat." Richtig sei aber, dass die U76 in Dießem gestoppt habe.

"Das ist, so hat er versichert, auf Anweisung der Leitstelle geschehen, weil die Bahn schon 42 Minuten Verspätung hatte. Das hätte er dann aber auch so den Passagieren mitteilen müssen. Das die sauer sind, kann ich verstehen." Laut Lander habe die Diskussion zwischen dem Fahrer und den Fahrgästen in einem kleinen Streit geendet.

Nachkarten will Renate L. auch nicht. Gestern fuhr sie wieder mit der U76 zur Arbeit. "Und die war superpünktlich."

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