Die Klinik verhandelt intensiv mit der Stadt. Bisher sind jedoch alle Pläne gescheitert.

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Geschäftsführer Ottmar Köck vor dem Westflügel und den „Problem-Platanen“.

Geschäftsführer Ottmar Köck vor dem Westflügel und den „Problem-Platanen“.

So hätte das neue St. Josefshospital zur Kurfürstenstraße hin aussehen können – doch die Pläne sind endgültig gescheitert.

Bischof, Andreas (abi), Bild 1 von 2

Geschäftsführer Ottmar Köck vor dem Westflügel und den „Problem-Platanen“.

Krefeld. Das St. Josefshospital in Uerdingen muss in den nächsten drei bis fünf Jahren deutlich wachsen. „Wir haben einen gewissen Druck, uns zu vergrößern“, erklärt Geschäftsführer Ottmar Köck im WZ-Gespräch. Dafür werden zurzeit verschiedene Alternativen eines Umbaus geprüft.

Hintergrund der Überlegungen sei der starke Patientenzuwachs. Er betrug zuletzt rund zwölf Prozent. „In einigen Quartalen stößt unsere Kapazität an ihre Grenzen“, erklärte Köck. Vor allem der Bedarf an Ein- und Zweibettzimmern sei hoch. Diese meist von Privatpatienten genutzten Räume sind für Kliniken besonders lukrativ.

„Wir wissen jetzt immerhin, was alles nicht geht.“

Ottmar Köck, Geschäftsführer

Die Wunschlösung des Hospitals und seines Trägers, der St. Franziskusstiftung, ist jedoch gescheitert. Sie hätte rund 3500 Quadratmeter zusätzlich gebracht und fünf Millionen Euro gekostet. Der Westflügel links vom Eingang sollte abgerissen und durch ein längeres Gebäude ersetzt werden. Es sollte sich auf drei Etagen entlang der Kurfürstenstraße erstrecken und fast bis zum Wallgarten reichen. „Diese Idee ist tot“, sagt Köck.

Die Gründe liegen im Erdboden und darüber. So vermuten Denkmalschützer unter dem geplanten Bau Reste der alten Stadtmauer. Auch der Platanenbestand an der Straße gilt als schützenswert. Hinter dem Hauptgebäude sprachen ähnliche Gründe gegen einen Neubau, hinzu kamen Brandschutzbedenken.

Es gab sogar Gedankenspiele, am Rhein eine neue Klinik zu bauen

Der Stadt will der Geschäftsführer jedoch keinen Vorwurf machen. „Die Behörden wollen uns helfen. Aber die geografische Lage ist hochgradig kompliziert. Es gibt im Umfeld einfach keine Fläche.“

 Das St. Josefshospital, um 1380 gegründet, verfügt heute über acht Kliniken und hat 425 Mitarbeiter. Pro Jahr werden in Uerdingen etwa 12 500 Patienten behandelt.

Zuletzt sorgte die Schließung der Geburtsklinik im März für Unruhe.

Daraus entstanden sogar Gedankenspiele, auf dem Rheinblick-Gelände gegenüber Dujardin eine neue Klinik zu bauen. Doch dieses Vorhaben, das einen deutlich dreistelligen Millionenbetrag kosten dürfte, ist schlicht zu teuer: „Die Stiftung hat ja kein Geldsäckel, das sie großzügig über dem Krankenhaus ausschüttet“, sagt Köck. „Ein Neubau muss sich rechnen.“

Aus genau diesem Grund wird auch ein aktueller Kompromissvorschlag der Stadt skeptisch gesehen. Er hätte eine faktische Halbierung der ursprünglichen Wunschlösung bedeutet – einen Neubau des Westflügels in fast gleicher Ausdehnung. „Damit entstünde eine Lösung, die von vornherein einige Nummern zu klein wäre.“

Nun beginnen die Gespräche also aufs Neue, allerdings nicht bei Null, wie Köck betont: „Wir wissen jetzt immerhin, was alles nicht geht.“

Möglich wären weiterhin Veränderungen innerhalb des bestehenden Gebäudes, doch diese sind erheblich teurer als ein Neubau. „Ich hoffe, dass wir einen Hebel finden“, sagt Ottmar Köck. „Ich denke, alle haben ein Interesse daran, ein attraktives Krankenhaus in Uerdingen zu erhalten.“

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