A57: Der oberirdische Ausbau der Autobahn kommt für Bürger wie Politiker nicht in Frage. Doch die Finanzierung ist weiter unklar.

Krefeld. Mit oder ohne Tunnel-Trog? Für die Anwohner der A57, für die Krefelder Fraktionen und Stadtverwaltung ist dies eigentlich keine ernst zu nehmende Frage. Geschlossen haben sie dieses Jahr Kampfeswillen für die Untertunnelung des Bereichs Elfrath bis Oppum bewiesen, wo die Autobahn 57 sechsspurig ausgebaut werden soll.

Gegen den Willen aller Seiten will der Landesbetrieb Straßen NRW dem Bund nämlich keine Tunnel-Troglösung vorschlagen, sondern den Ausbau in Hochlage. Die herkömmliche Lösung ist mit rund 120 Millionen Euro gegenüber 245 Millionen nämlich nur halb so teuer, sagt Straßen NRW.

Auf allen politischen Ebenen hat man sich in diesem Jahr für eine Lösung eingesetzt, die die Gesundheit zahlloser Autobahnanlieger mehr berücksichtigt. Lärm und Abgase sind zum Teil heute schon unzumutbar. Die Mitglieder der 1998 vom einstigen Verkehrsdirektor und in diesem Jahr verstorbenen Herbert Maeger ins Leben gerufene "Schutzgemeinschaft A 57 - Krefelder Bürger gegen mehr Lärm und Abgase", haben im Frühjahr 3400 Unterschriften gegen die angekündigte Offenlegung der Ausbau-Pläne gesammelt.

Diese haben die Krefelder Bundestagsabgeordneten Bernd Scheelen (SPD) und Otto Fricke (FDP) in Berlin abgegeben. Die Variante mit erhöhten Lärmschutzwänden lehnen auch sie ab. Noch vor ein paar Tagen hat auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer diese Position in einem Brief an Oberbürgermeister Gregor Kathstede bekräftigt.

Bei einem Gespräch mit Landesverkehrsminister Oliver Wittke habe er die Zusage erhalten, vor der Weitergabe einer Empfehlung zur A 57 an den Bundesverkehrsminister ein Gespräch mit den betroffenen Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie Kathstede zu veranlassen, um die Möglichkeiten für den Ausbau der Autobahn auszuloten.

Die Finanzierung der von allen favorisierten Lösung ist allerdings nach wie vor unklar.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer