Der Einbruch fiel geringer aus als befürchtet. Doch auch 2010 bleibt die Lage angespannt.

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Ein Stahlarbeiter am Hochofen: Beim verarbeitenden Gewerbe ist – wie beim Zeitpersonal und im Baubereich – wegen der Wirtschaftskrise die Kräftenachfrage sehr verhalten. (Archiv

Ein Stahlarbeiter am Hochofen: Beim verarbeitenden Gewerbe ist – wie beim Zeitpersonal und im Baubereich – wegen der Wirtschaftskrise die Kräftenachfrage sehr verhalten. (Archiv

dpa

Ein Stahlarbeiter am Hochofen: Beim verarbeitenden Gewerbe ist – wie beim Zeitpersonal und im Baubereich – wegen der Wirtschaftskrise die Kräftenachfrage sehr verhalten. (Archiv

Krefeld/Kreis Viersen. 760 Betriebe in Krefeld und dem Kreis Viersen haben im zurückliegenden Krisenjahr 2009 Kurzarbeit für 20300 Beschäftigte angemeldet - damit ist die negative Entwicklung am Arbeitsmarkt erfolgreich gedämpft worden.

Aber: Kurzarbeit ist teuer. Die Arbeitsagentur Krefeld hat 2009 (Stichtag: 31. Dezember) 25 Millionen Euro für Kurzarbeit ausgegeben. "Die meisten Beteiligten haben besonnen reagiert, nicht entlassen, sondern diese Form gewählt und ihre eingespielte Mannschaft behalten", bilanziert Agenturleiter Peter Ewert das Krisenjahr 2009 und seine Folgen.

Aber es werde Zeit, dass die Firmen langsam Licht am Ende des Tunnels sähen und zur Vollarbeit zurückkehren könnten. So ist auch die Tendenz bei der Kurzarbeit zurzeit rückläufig: "Im Dezember haben nur noch 38 Betriebe mit rund 800 Beschäftigten Kurzarbeit neu angemeldet", sagt Ewert.

Neben den Ausgaben der Agentur haben die Beschäftigten rund 40 Prozent weniger Geld in ihrer Tasche. Und auch die Arbeitgeber müssen rechnen, wie lange sie sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht Kurzarbeit noch leisten können.

Denn auch bei reduzierter oder gar ruhender Arbeit bleiben die Fixkosten für den Chef bestehen, ohne dass er diese umgerechnete Stückkostensteigerung an die Kunden weitergeben kann.

Im Gesamtbezirk sind zum Jahresbeginn 24 269 Arbeitslose gemeldet. Das sind 260 mehr als im November 2009 und 3014 mehr als im Dezember 2008. Die Quote für den Gesamtbezirk liegt jetzt bei 9,1 Prozent (9,0; 8,0). Die Quote für die Stadt Krefeld bei 13 151 Arbeitslosen: 11,7 (Vormonat 11,6; Vorjahresmonat 10,4).

Im Krisenjahr gab es einen spürbaren Rückgang bei den Ausbildungsangeboten (2893 gemeldete Lehrstellen; minus 12,5 Prozent). Gleichzeitig sinkende Bewerberzahlen haben das zum Teil ausgeglichen. 87 Jugendliche waren Ende September unversorgt. Durch Nachvermittlung sank diese Zahl auf neun.

Zu der Pflichtleistung des Kurzarbeitergeldes - 60 bzw. 67 Prozent des Lohnes; zusätzlich übernimmt die Agentur die Sozialabgaben - kommen nochmals 25 Millionen Euro hinzu, die die Agentur als Ermessensleistung für den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente wie Fortbildungen oder Weiterqualifizierungen ausgegeben hat.

Das hat zwar ebenfalls den Arbeitsmarkt 2009 erheblich entlasten, doch "in 2010 wird das nicht auf diesem Niveau gehalten werden können", blickt Ewert voraus. "So laufen zum Beispiel zahlreiche Integrations- und Qualifikationsmaßnahmen aus."

Grundsätzlich, so Ewert, sei die schwere Krise auf dem Arbeitsmarkt in der Region Krefeld/Kreis Viersen verhältnismäßig moderat verlaufen; die Zunahme der Arbeitslosigkeit sei geringer ausgefallen, als im Frühjahr zu befürchten war. Dennoch, blickt der Agenturleiter voraus, "kann von einer Entwarnung auf dem Arbeitsmarkt für 2010 keine Rede sein. Wir gehen von einem weiterhin sehr angespannten Arbeitsmarkt aus. Die Wirtschaft wird sich im neuen Jahr zu langsam erholen, um positive Beschäftigungseffekte auszulösen."

Einen Warnschuss verzeichnet die Agentur bereits: Zu den 24269 Arbeitslosen sind bereits in den ersten Januartagen über 1000 neue hinzugekommen - durch Kündigungsfristen zum Ende Dezember.

Uneinheitlich entwickelte sich die Kräftenachfrage. Eingebrochen ist sie vor allem im verarbeitenden Gewerbe, in der Zeitarbeitsbranche und im Baubereich. Im gegensatz dazu legte sie im Handel, im gastgewerbe sowie bei den sonstigen Dienstleistungen zu.

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