Der Bestand wird über ein Karteikartensystem und PC-Programm registriert.

wza_1500x1000_434099.jpeg
Biologin Cornelia Bernhardt (rechts) hält mit Tierpflegerin Rabea Hartmann Rücksprache über den Bestand der Weißgesichtssakie-Äffchen im Krefelder Zoo.

Biologin Cornelia Bernhardt (rechts) hält mit Tierpflegerin Rabea Hartmann Rücksprache über den Bestand der Weißgesichtssakie-Äffchen im Krefelder Zoo.

Dirk Jochmann

Biologin Cornelia Bernhardt (rechts) hält mit Tierpflegerin Rabea Hartmann Rücksprache über den Bestand der Weißgesichtssakie-Äffchen im Krefelder Zoo.

Krefeld. Im alten Karteikartensystem hat Gorillamann Massa die Nummer 2496/1. Die Eins bedeutet, dass er der erste seiner Art im Krefelder Zoo war. 1975 steht auf dem rosafarbenen Papierbogen und der Begriff Wildfang. Zusätzlich geben Ereigniskarteikarten Auskunft über Krankheiten der Tiere oder über besondere Vorkommnisse. Im Computersystem "Arks" ist Massa mit der Nummer Sieben registriert.

"Das PC-Programm ist ein elektronisches Karteikartensystem, mit dem man die Tiere verwaltet. Jedes Tier hat seine Nummer. Im Grunde funktioniert es wie ein Personalausweis, den man auch an andere Zoos mailen kann", erklärt Biologin und Kuratorin Cornelia Bernhardt.

Arbeitsgrundlage: zehn Seiten mit lateinischen Tiernamen

Sich in diesen zwei Systemen zurechtzufinden, die für Außenstehende verwirrend aussehen, ist für die Zoomitarbeiter Routine. Und hilfreich, um den Überblick über die Tierbestände zu behalten. Einmal im Jahr erbittet die Landschaftsbehörde einen Report über den Tierbestand des Krefelder Zoos, eine "Inventur".

Dann hat Cornelia Bernhardt alle Hände voll zu tun und vergleicht die im PC erfassten Tiere mit denen auf den Karteikarten. Zehn Seiten mit den lateinischen Namen von rund 1200 Individuen sind ihre Arbeitsgrundlage. "Ich stehe aber auch im ständigen Kontakt mit den Tierpflegern, die ebenfalls Listen über ihre Schützlinge führen. Sie wissen am besten, was in ihren Revieren los ist", erläutert die Biologin.

Erst kürzlich wurden die Scharlachspinte durchgezählt. "Die Tierpfleger haben die Vögel eingefangen und ihre Ringnummern notiert, die mit denen auf der Karteikarte verglichen werden", sagt sie.

Das sind in der Regel Biologen und Tierärzte. Für den Austausch der Tiergärten untereinander spielen diese Verzeichnisse eine große Rolle: beispielsweise, um die verwandtschaftlichen Beziehungen der Tiere im Blick zu behalten und zu planen, welcher Nachwuchs wo am besten aufgehoben ist.

Einmal im Jahr erbittet die Landschaftsbehörde einen Report über den Tierbestand des Zoos, die so genannte Inventur.

Aber es gibt auch Tiere, die in keiner Kartei auftauchen, weil ihre Erfassung zu schwierig ist oder sich ihre Population ständig verändert: kleinere Fischarten etwa, Blattschneiderameisen oder die Fledermäuse im Regenwaldhaus.

Eine weitere Arbeitsgrundlage stellen für Cornelia Bernhardt die Zuchtbücher für die Arten dar, die weltweit von Bedeutung sind. Sie selbst führt das Zuchtbuch über die Kleinen Ameisenbären, Zoodirektor Wolfgang Dreßen das über die Good-Fellow-Baumkängurus.

Die Ergebnisse aus der "Inventur" fließen auch hier ein. "Wenn Tiere gestorben sind oder geboren wurden, meldet man das den Zuchtbuchführern", erklärt Bernhardt (siehe Kasten).

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer