Die Ergebnisse von Bürger- und Passantenbefragung liegen vor: Trotz harten Wettbewerbs sind die Ergebnisse ordentlich.

Die Ergebnisse von Bürger- und Passantenbefragung liegen vor: Trotz harten Wettbewerbs sind die Ergebnisse ordentlich.
So war das im November: Interviewerinnen wie Annalea Balgheim führten in der City viele interessante Gespräche.

So war das im November: Interviewerinnen wie Annalea Balgheim führten in der City viele interessante Gespräche.

Professor Harald Vergossen von der Hochschule Niederrhein.

Andreas Bischof, Bild 1 von 2

So war das im November: Interviewerinnen wie Annalea Balgheim führten in der City viele interessante Gespräche.

Krefeld. Im Herbst vorigen Jahres hat die Hochschule Niederrhein im Auftrag der Stadt erneut Passanten und Bürger befragt, wie ihnen die Innenstadt gefällt. Die Krefelder beurteilen dabei ihre Stadt kritischer als die Passanten. Kritisiert werden unter anderem die mangelnde Sauberkeit, die Einkaufsmöglichkeiten und die hohen Parkgebühren. Und: Das Internet wird zur ernstzunehmenden Konkurrenz.

Im Herbst vorigen Jahres hat Professor Harald Vergossen mit seinen Studenten von der Hochschule Niederrhein knapp 1000 Passanten in der Innenstadt und knapp 1000 repräsentativ ausgewählte Krefelder befragt. Die Passanten wurden seit 1997 bereits zum siebten Mal interviewt, die Bürger nach 2012 zum zweiten Mal. Vergossens Fazit: „Im harten Wettbewerb von Nachbarstädten und Internethandel behauptet die Krefelder Innenstadt ihre Stellung.“

Die Passanten gaben mit 2,8 zwar eine etwas schlechtere Gesamtnote als 2009 (2,6). Das ist aber immer noch der zweitbeste Wert aller bisherigen Umfragen. Die Krefelder gehen mit ihrer Einkaufsstadt weitaus kritischer ins Gericht, sie gaben eine 3,2. Das ist aber gegenüber der ersten Befragung eine Verbesserung: 3,5 lautete 2012 das Urteil.

Deutlich sei geworden, dass diejenigen, die kaum oder gar nicht in die Innenstadt gehen, negativer urteilen. „Das könnte daran liegen, dass sie gar keine eigenen Erfahrungen mehr haben, sondern ein schlechtes Image von Krefeld als Einkaufsstadt im Kopf haben“, sagt Vergossen und nennt als Gegenmaßnahme eine Imagekorrektur, die das Stadtmarketing mit den Aktionen zum „Perspektivwechsel“ eingeleitet habe.

Viele kennen die Märkte und Feste, nur relativ wenige gehen aber hin

Dass das Internet beim Kaufverhalten eine immer größere Rolle spielt, spiegelt die Umfrage wider: Knapp ein Drittel der Befragten gibt an, wegen des Internetangebots seltener in die Stadt zu gehen. Fast 40 Prozent erklären sogar, dass sie wegen der Internetkonkurrenz auch weniger Geld in der Innenstadt ausgeben.

Vergossen macht zudem darauf aufmerksam, dass die Umfrage gezeigt habe, dass zwar viele Krefelder und Auswärtige Veranstaltungen wie Folklorefest, Pottbäckermarkt oder Weihnachtsmarkt kennen und sich auch dafür interessieren, aber dass relativ wenige diese dann auch besuchen. Zudem fiel auf, dass der Weihnachtsmarkt, der die meisten Besucher interessiert, in der Beurteilung am schlechtesten wegkommt.

Wichtigste Kriterien für die Beurteilung, so Vergossen, seien gute Erreichbarkeit attraktive Einkaufsmöglichkeiten sowie eine gepflegte Atmosphäre. Genau in diesen Punkten hat Krefeld aber offensichtlich Nachholbedarf. Die befragten vermissen Bekleidungs- und Lebensmittelgeschäfte und wünschen sich mehr individuelle Läden. Die Hauptkritikpunkte beziehen sich zudem auf die mangelnde Sauberkeit, die wenig ansprechende Optik, und die nicht ausreichenden und zu teuren Parkmöglichkeiten.

Immerhin ein Drittel der Befragten sieht eine positive Entwicklung, und die Besuchshäufigkeit hat trotz der Kritikpunkte nicht abgenommen. Dies sieht Stadtmarketingchef Uli Cloos denn auch als Bestätigung für den Krefelder Weg, die gesamte Innenstadt als Einkaufszentrum zu betrachten, statt auf große Shopping-Malls zu setzen.

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