50 Teilnehmer haben darüber beraten, wie der steigende Anteil von Zuwanderern Krefeld verändern wird.

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Im Stadtbild ist der hohe Anteil von Zuwanderern mancherorts, wie hier an der Gladbacher Straße, deutlich abzulesen.

Im Stadtbild ist der hohe Anteil von Zuwanderern mancherorts, wie hier an der Gladbacher Straße, deutlich abzulesen.

Andreas Bischof

Im Stadtbild ist der hohe Anteil von Zuwanderern mancherorts, wie hier an der Gladbacher Straße, deutlich abzulesen.

Krefeld. In wenigen Jahren stammt jedes zweite Krefelder Kind aus einer Einwandererfamilie. Diese Tatsache stellt Winfried Kösters, Moderator der Bertelsmann-Stiftung, mehrfach heraus. Beim 15-stündigen Workshop zur Aufstellung eines kommunalen Integrationskonzepts haben sich insgesamt 50 Teilnehmer an zwei Tagen im Parkhotel "Krefelder Hof" versammelt.

Ein Grundsatzpapier zur Integration soll der Stadtrat demnächst beschließen. Über die Zukunft des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft beraten zunächst Teilnehmer aus Rat und Verwaltung, insbesondere aus den Bereichen Jugend und Schule, Pädagogik, Ausländerbeirat und Arbeitskreis für Integration, Weiterbildung und Wissenschaft.

Die Bertelsmann-Moderatoren, darunter mit Reyhan Kulac auch eine türkischstämmige Frau, fordern zunächst emotionale Einschätzungen zur Zuwanderungsproblematik. Jeder für sich soll das Krefelder Integrationsklima auf einer Skala von Null bis Zehn bewerten.

Dann schieben die Moderatoren die demografischen und statistischen Fakten nach. Danach wird sich Krefeld in kurzer Zeit in seinen Bevölkerungsstrukturen wesentlich verändern - was laut Winfried Kösters auch politische Auswirkungen haben wird: "Parteien, die sich nicht öffnen, werden auf Dauer zu Splitterparteien."

Die Teilnehme arbeiten in Gruppen Thesen zu sechs Themenfeldern heraus, die die künftigen Beratungen bestimmen: Bildung, Sprache, Partizipation, Gleichberechtigung, Beruf und Arbeit sowie Interkulturelles Klima.

Bei der Bildung geht es zum Beispiel um die Fragen der Übergänge, der Entwicklungsmöglichkeiten und der Abschlüsse, beim Thema Sprache werden Probleme wie der mögliche Verlust von Identität und das Vergessen der Muttersprache angesprochen. Eine Gruppe nimmt die "Prozesssteuerung" ins Visier: Wie soll die Diskussion weitergeführt, wie können Thesen umgesetzt und Ziele erreicht werden? Mindestens jährlich soll es Bilanztreffen geben, die Fortschritte und Lücken der Integrationsbemühungen aufzeigen sollen.

Der russischstämmige Deutsche Arthur Eirich (17), Schüler am Fichte-Gymnasium, macht den Teilnehmern an der eigenen Person klar, dass sich Integration nicht in der Theorie, sondern in der menschlichen Praxis vollzieht. Eirich ist "Start"-Stipendiat der Hertie-Stiftung und hat so viele Chancen zur Integrationsbewältigung.

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