Seit 18 Jahren ist Rolf Roosen auf der Suche nach historischen Bildern. Gerne möchte er noch eine Inrather Ausstellung organisieren.

Seit 18 Jahren ist Rolf Roosen auf der Suche nach historischen Bildern. Gerne möchte er noch eine Inrather Ausstellung organisieren.
Das ursprüngliche Haus Inrath zwischen 1936 und 1942, heute ist an dieser Stelle das griechische Restaurant „Haus Inrath – Zum Mythos“. Welche Festgesellschaft hier abgelichtet wurde, ist nicht überliefert.

Das ursprüngliche Haus Inrath zwischen 1936 und 1942, heute ist an dieser Stelle das griechische Restaurant „Haus Inrath – Zum Mythos“. Welche Festgesellschaft hier abgelichtet wurde, ist nicht überliefert.

Die gleiche Kirche an der Hülser Straße nach der Zerstörung im Krieg. Heute entsteht hier die Grabeskirche. Sie wird am 14. Juli eröffnet.

Die Kirche St. Elisabeth von Thüringen in all ihrer Pracht vor der Zerstörung im Weltkrieg. Fotos (2): Gemeinde St. Elisabeth von Thüringen

Eines der ältesten Bilder im Fotoarchiv des Bürgervereins Inrath, das von Rolf Roosen digitalisiert wurde, gehütet und ergänzt wird. Es entstand vermutlich im Jahr 1900 und zeigt die Schuhreparaturwerkstatt der Familie Philipsen an der Inrather Straße 367.

Das Foto zeigt den Friseursalon Hilgers in den 1950er-Jahren. Das Haus gibt es noch – neben dem Anglergeschäft an der Inrather Straße. Der Friseurmeister Willi Hilgers war ein bekannter Komponist und Sänger. Er schrieb unter anderem „Du Stadt am Seidenfädchen“ und „An’t Ennert“.

Im Rangshof (oben) lebte und arbeitete viele Jahre der Töpfer Uwe Rast, der 2009 starb. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 1910. Wer darauf abgebildet ist, ist nicht bekannt. Unten ist das Innere des Kolonialwarengeschäfts der Familie Musow an der Inrather Straße zu sehen. Enkel Willi Musow hat das Bild aus dem Jahr 1920 fürs Fotoarchiv beigesteuert.

Im Rangshof (oben) lebte und arbeitete viele Jahre der Töpfer Uwe Rast, der 2009 starb. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 1910. Wer darauf abgebildet ist, ist nicht bekannt. Unten ist das Innere des Kolonialwarengeschäfts der Familie Musow an der Inrather Straße zu sehen. Enkel Willi Musow hat das Bild aus dem Jahr 1920 fürs Fotoarchiv beigesteuert.

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Das ursprüngliche Haus Inrath zwischen 1936 und 1942, heute ist an dieser Stelle das griechische Restaurant „Haus Inrath – Zum Mythos“. Welche Festgesellschaft hier abgelichtet wurde, ist nicht überliefert.

Inrath. Ein paar Doppelklicks auf dem Laptop und die Welt wird schwarz-weiß. Frauen in Schürzen stehen an Inrather Pumpen, um ihre Krüge zu füllen. Im Kolonialwarenladen wird gerade auf der Kippwaage Ware abgefüllt. Mit braven und beschleiften Rattenschwänzen stehen Mädchen in Festkleidchen vor dem Haus Inrath – irgendwann in den 1930er-Jahren. Was genau gefeiert wurde, ist nicht überliefert.

Aber ansonsten kann Rolf Roosen zu fast jedem Bild auf seinem Computer eine kleine Geschichte erzählen. Zum Beispiel vom Friseurladen Hilgers, von dem ein Foto aus den 50ern in seinen Dateien steckt. „Willi Hilgers war nicht nur Friseurmeister, sondern auch bekannter Liederschreiber“, erzählt der 61-Jährige und holt auch gleich noch den Text von „An’t Ennert“ (also „Am Inrath“) aus dem Schrank. „Am Inrath hat meine Wiege gestanden“, heißt es zu Beginn des Refrains in dem Stück, das Schäng Blasius Flönz Rakete neu vertont hat. Auch Lieder wie „Du Stadt am Seidenfädchen“ stammen aus der Feder des „Sängers vom Inrath“.

Erinnerungen an Inrather Originale und verlorene Geschichte

Bilder wie das vom Hilgers-Geschäft gehören zu den Hunderten von Fotos aus dem Archiv des Bürgervereins Inrath, die Rolf Roosen alle digitalisiert auf dem Rechner hat. Es sind Fotos, die Mitglieder des Vereins gemacht haben, oder solche, die die Besitzer oder Familien der Besitzer dem Verein irgendwann vererbt haben. „Das Schönste ist, wenn diejenigen mir noch erzählen können, wer auf den Bildern ist“, sagt der 61-Jährige, der selbst mit 13 Jahren ans Inrath zog. In die Siedlung „Am Kapuzinerkloster“. „Mein Vater arbeitete bei der Verseidag.“

Er fühle sich, „als ob ich hier geboren wäre“, sagt Roosen und erklärt damit auch sein Engagement fürs Inrath, wo er im Vorstand des Bürgervereins ist, Mitglied im Karnevalsverein und bei den Pfadfindern, in der Gemeinde St. Elisabeth aktiv und den wöchentlichen Bürger-Treff „Am In“ im Raphaelsheim organisiert.

Für das Sammeln, Auswerten und Katalogisieren der fotografischen Erinnerungsstücke würde sich Rolf Roosen jemanden wünschen, der sein „Interesse fürs Inrath teilt“. Was heute noch frisch und unscheinbar ist, ist in zehn Jahren vielleicht schon historisch bedeutsam. Manches ist vielleicht auch unwiederbringlich verloren – siehe Beispiel Kapuzinerkloster, das Ende vergangenen Jahres abgerissen worden war. Ein schwerer Moment für Rolf Roosen, der viel Zeit bei den Kapuzinern verbrachte und sozusagen im Schatten des Klosters aufwuchs.

Gerne würde der gelernte Radio- und Fernsehtechniker und Chemikant, der heutzutage „freischaffender Künstler ist“, wie er sagt, auch wieder eine Ausstellung vorbereiten. 2009 waren bei einer Schau zahlreiche historische Bilder von Häusern, Straßenzügen und anderen Orten am Inrath zu sehen, die den Gebäuden und Straßen von heute gegenübergestellt wurden.

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