Jörg Meuther von der Initiative Pro Stadtbad sorgt sich um die Zukunft der Krefelder Einrichtung.

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Jörg Meuther von Pro Stadtbad macht sich Sorgen um das Denkmal.

Jörg Meuther von Pro Stadtbad macht sich Sorgen um das Denkmal.

LS

Jörg Meuther von Pro Stadtbad macht sich Sorgen um das Denkmal.

Krefeld. Wenn Jörg Meuther auf das Stadtbad Neusser Straße angesprochen wird, kocht der Ärger in ihm hoch. Das Mitglied der Initiative Pro Stadtbad, die damals den Bürgerentscheid in die Wege geleitet hatte, blickt zwar zufrieden darauf zurück, dass der Konsumtempel verhindert werden konnte. Dennoch sorgt er sich um die Zukunft.

Vor allem den Zustand des Denkmals betrachtet er argwöhnisch. "Gerade die römisch-irischen Bäder leiden", so Meuthers Beobachtung. Er hält es "schlichtweg für eine Schweinerei", dass so wenig für den Erhalt getan werde. Gregor Kathstede sieht er als Oberbürgermeister in der Pflicht. Sogar über rechtliche Schritte habe die Initiative schon nachgedacht. Und auch davor, selber noch einmal die Ärmel hochzukrempeln, um das Bad zu sichern, schreckt Meuther nicht zurück. Die Anregung der WZ, mit Bürgern eine Art Frühjahrsputz zu veranstalten, findet er prima. Zumal er die Probleme vor Ort kennt: Schon allein mit dem Säubern der Dachrinnen, dem Rückschneiden des Grüns, dem Schließen der Fenster könne einiges bewegt werden, ist er überzeugt.

In der Tat stehen der Stadt für das Objekt lediglich 50000Euro pro Jahr für Sicherungsarbeiten zur Verfügung. Damit seien nur die gröbsten Schäden zu beseitigen, bestätigt Thomas Visser. Dem Beispiel der Leipziger folgend Gelder aus dem Konjunkturpaket zu akquirieren, hält der Dezernent wegen der eng ausgelegten Vorschriften für nicht machbar. "Es ist ein öffentliches Gebäude ohne Bildungshintergrund." Zu einem etwaigen Engagement der Stadtwerke, wie es die SPD und die Grünen schon gefordert haben, mag er sich nicht äußern. Anders zu bürgerschaftlichen Aktivitäten: So etwas sei schon denkbar, zeigt er sich offen.

Anders allerdings die Liegenschaftsverwaltung. Auf Anfrage der WZ lässt diese über das Presseamt ausrichten: Die Stadt befinde sich im förmlichen Vergabeverfahren und müsse die Anfrage deshalb ablehnen, auch wenn sie gut gemeint sei. Im Übrigen sorge man für die notwendigen Pflegemaßnahmen auch im Außenbereich, damit das Bad in ordentlichem Zustand bleibe.

Eine Antwort, die Jörg Meuther nicht verwundern mag. So bemerkt er lapidar: "Im Moment kommen wir als Initiative nicht mal rein."

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