Integriertes Untersuchungsamt vereint Aufgaben von vier Einrichtungen.

Krefeld. Kräfte bündeln heißt das Motto: Bereits seit zwei Jahren haben das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt Krefeld und die kommunalen chemischen Untersuchungsämter Essen, Wuppertal und des Kreises Wesel kooperiert.

Am 1. Januar verschmolzen sie offiziell zum Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper (CVUA-RRW). Hauptsitz ist Krefeld.

Für Krefelds Stadtdirektorin Beate Ziehlke "ein Tag der Freude". Der Standort werde nicht nur erhalten, sondern sogar ausgebaut. Nachteile für die anderen Kommunen, die nach und nach ihre Standorte verlieren, soll es nicht geben.

Im Gegenteil: Staatssekretär Alexander Schink, der das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vertrat, betonte, Lebensmittelsicherheit und -kontrolle werden so auf neue Beine gestellt.

Optimale Einheiten sollten geschaffen, die Untersuchungen, weil alle bald an einem Ort möglich, noch besser, schneller und preiswerter werden. Fälle etwa von "Doppeluntersuchungen", was in der Vergangenheit passierte und Zeit kostete, werden ausgeschlossen.

Im April beginnen die Arbeiten für den Laborerweiterungsbau (3.500 Quadratmeter Nutzfläche) am Deutschen Ring. Bis Ende 2010 sollen alle Aufgaben in Krefeld zusammengeführt werden und die Auflösung der Standorte in Wuppertal, Essen und Moers abgeschlossen sein. Das Budget für das Untersuchungsamt (240 Mitarbeiter) beträgt pro Jahr 18,1 Millionen Euro.

Krefeld, Solingen, Remscheid, Essen, Oberhausen, Mülheim, Wuppertal und der Kreis Wesel sind in der Trägerschaft der neuen Anstalt öffentlichen Rechts vertreten. Duisburg soll noch in diesem Jahr nachziehen. Aufgabe des CVUA Rhein-Ruhr-Wupper ist die Untersuchung von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen und Kosmetika.

Dazu kommen auch noch spezielle Untersuchungen, etwa bei Tierseuchen, für die gesamten Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln. "Kürzlich hatten wir noch ein Schwein aus Köln hier zur Untersuchung", sagt Detlef Horn, Vorstandsvorsitzender des Integrierten Untersuchungsamtes, dem zweiten seiner Art in NRW.

Rund 26.000 Lebensmittelproben werden pro Jahr gemacht, dazu kommen rund 400.000 Untersuchungen im Rahmen der Tiergesundheit. Eine Region mit 9,6 Millionen Einwohnern wird betreut.

Die Lebensmittelüberwachung soll auch in Zukunft weiter gestrafft werden. Ziel ist ein integriertes Untersuchungsamt pro Regierungsbezirk - dazu müsste das CVUA Rhein-Ruhr-Wupper noch die Ämter in Düsseldorf und Mettmann ins Boot holen. Die zieren sich noch, aber Schink kündigt an: "Nach der Kommunalwahl wird es Gespräche geben."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer