Bei der Linner Burggarde Greiffenhorst wird die Vorsitzende Ingrid Belles geehrt.

Sitzungen
Unter Polizeischutz: Viel Spaß hatten die Besucher der KG Verberg in der Sporthalle am Luiter Weg.

Unter Polizeischutz: Viel Spaß hatten die Besucher der KG Verberg in der Sporthalle am Luiter Weg.

Gardetanz in Rot-Weiß: Die Oppumer Klante feierten ausgelassen im Pfarrheim. Weitere Fotos vom Karneval unter www.wz-krefeld.de.

Bei den Fidele Ströpp sorgten Claudia und Berndt für Lacher (l.). Eifrig geschunkelt wurde bei den Kalla Männekes (r.).

Zarte Schmetterlinge bei der Linner Burggarde Greiffenhorst in der Museumsscheune.

Andreas Bischof, Bild 1 von 4

Unter Polizeischutz: Viel Spaß hatten die Besucher der KG Verberg in der Sporthalle am Luiter Weg.

Krefeld. Ausgelassen gefeiert, gelacht und getanzt worden ist am Samstagabend in der Museumsscheune in Linn. Die Linner Burggarde Greiffenhorst traf mit ihrem glänzend zusammengestellten Programm mitten ins Herz des närrischen Publikums und erntete zu Recht oftmals stehende Ovationen.

Protagonistin des karnevalistischen Treibens war Ingrid Belles, die gleich zwei Ehrungen entgegennehmen durfte. Die verdiente Vorsitzende der Burggarde wurde mit dem äußerst seltenen BDK-Orden in Gold mit Brillanten für ihr 50-jähriges Jubiläum im Krefelder Karneval ausgezeichnet. Ihre Tochter, Sabrina Belles, sorgte mit den anderen Damen der Garde für die tänzerischen Höhepunkte einer Veranstaltung, die nicht zuletzt durch den Besuch des Krefelder Prinzenpaares in Erinnerung bleiben wird.

Denn auch der stets an seiner übergroßen Fliege nestelnde Büttenredner Michael Wimmer unterhielt die zum Teil aus Essen angereisten Karnevalisten beispielhaft. Zu den musikalischen Highlights gehörten gleich zu Beginn das von Sabrina Belles gesungene Vereinslied und der Auftritt der Rhienstädter, die aufgrund des engmaschigen Zeitplanes der Aufforderung zur Zugabe nicht entsprechen konnten.

Getoppt wurde diese Leistung lediglich von Christian Oelhausen, der wieder zusammen mit Sabrina Belles ein Feuerwerk der guten Laune entfachte. Der junge Linner Gardist riss vor allem mit seinen selbstkomponierten Stücken die aufgepeitschte Meute mit sich.

Oppumer Klante thematisieren den Generationenkonflikt

Beste Karnevalsstimmung gab es diesen Samstag bei der Galasitzung der KG Oppumer Klante 1928. Auf der Kostümsitzung wurde ein stimmungsvolles und abwechslungsreiches Programm dargeboten. „Wir machen zu 90 Prozent alles aus eigenen Reihen“, erklärt Dieter Hofmann von den Oppumer Klante. „Wir versuchen, den alten bürgerlichen Karneval hochleben zu lassen.“

Dies gelang. Im voll besetzten Oppumer Pfarrheim sorgten die Show- und Gardetänze, in denen auch der karnevalistische Nachwuchs zum Zug kam, für gute Unterhaltung. Die jüngste Tänzerin war gerade einmal drei Jahre alt. Aber auch der Generationenkonflikt wurde auf lustige Weise thematisiert. In einer Büttenrede führten Enkelin und Oma ein Zwiegespräch und redeten in der Sprache ihrer jeweiligen Generation konsequent aneinander vorbei.

Für ausgelassenes Gelächter sorgte ebenfalls der Krefelder Bauchredner Minze. Hochherrschaftlicher Besuch kam aus St. Tönis, da sich dortiges Prinzenpaar Torsten I. und Melanie I. die Ehre gab, die befreundeten Oppumer zu besuchen. Die Damengruppe „Blue Ladies“ sorgte für eine bunte Playbackshow mit Liedern aus den Charts, Rock 'n' Roll und alten Klassikern. Ein weiterer Höhepunkt war sicherlich Schlagerstar Ivo, der die Hits „Mamy Blue“ und „Mendocino“ präsentierte. Die Gala endete mit dem Auftritt des Männerballet „Butterflys“, die durch schnelle Kostümverwandlung auf der Bühne immer passend zur Musik verkleidet waren. Ein rundum gelungener Abend.

Fidele Ströpp lästern über die „Stadt wie Kraut und Rüben“

Der Saal Gietz an der Marienstraße ist für die Fischelner ihre gute Stube. Hier traf sich am Samstag die närrische Großfamilie der Fidelen Ströpp, um mit der ganzen Sippe sowie der näheren und ferneren Nachbarschaft gemeinsam zu feiern. Zu den Promis von nebenan gehörten die Prinzenpaare aus St. Tönis und Uerdingen.

Dass es in einer Gesellschaft, die nun über ein halbes Jahrhundert alt ist, auch größere Veränderungen gibt, zeigte sich gleich zu Beginn. Der Präsident Horst Esters eröffnete alleine das Programm und sang auch das Ströpplied mehr oder weniger als Solo, denn der Fünferrat wurde aufgelöst. Es gibt nur noch den Präsidenten und Klaus Sauer als Vizepräsidenten.

Aber der Nachwuchs ist bei den Fidelen Ströpp nicht aufzuhalten. Die kleinen Tänzerinnen der Minigarde hatten ihren ersten Auftritt in ihrer ersten Session. Voller Konzentration und Eifer schwangen die Kleinen ihre Beine und brachten mit der Großen Garde einen tollen Auftritt – inklusive Hebefigur – auf die Bühne. Schade ist es, dass die Große Garde mit den Tänzerinnen im Teenageralter zum Ende der Session aufhört.

Als Chronist für das vergangene Jahr in Fischeln trat Lothar Hanke – „ein Narr sieht alles“ – auf die mit einem gemalten Ortsporträt geschmückte Bühne. Von Tempo-30-Zonen, Baugrundstückspreisen, ewigen Löchern in Straßen und Bürgersteigen, Knatsch um die Kirmes auf dem Marienplatz war die Rede. Krefelds Slogan „Stadt wie Samt und Seide“ münzte der Narr um in „Stadt wie Kraut und Rüben“, denn für Fischelner ist manches nicht nachvollziehbar, was im Krefelder Rathaus initiiert wird.

Familiärer wurde es mit dem klassischen Geschlechterkonflikt, wie ihn Claudia & Berndt präsentierten. Da gab es eine Damen- und Herrensitzung im Pingpong-Spiel, jede Gruppe bekam Schlag auf Schlag ihr Fett weg, immer lautstark vom anderen Geschlecht unterstützt. Auch die Ströpppantöffelchen nahmen das Verhältnis von Mann und Frau unter ihre närrische Lupe.

KG Verberg verwandelt die Sporthalle in den Rockpalast

Die Karnevalsgesellschaft Verberg machte aus der Sporthalle am Luiter Weg einen „Rockpalast“ und aus ihrem Elferrat „Udo-Lindenberg-Elflinge“, alle in schwarzem Dress, mit schwarzem Hut, gelber Krawatte und dunkler Sonnenbrille. Als „Ober-Udo“ führte der Präsident Ralf Mühlenberg durch ein rockiges und ziemlich sportliches Programm für ein tanzfreudiges Publikum.

Bei den Bands hielt es die kostümierten Narren im Verberger Rockpalast oft nicht auf den Stühlen. Wie gut Karnevalsmusik und Rockiges zusammenpassen können, zeigte sich immer wieder im Laufe des langen Abends. Egal, ob es die Narrenrock-Karnevalsrockband, Rot Jeck oder Danny and the Chicks waren.

Ganz andere Töne brachte Edno Bommel mit seinem „sexy Sächsisch“ in die volle Halle. Schon das siebte Mal hatte er sich auf den weiten Weg von Glauchau, der Spitze des sächsischen Bermuda-Dreiecks, in die „gebrauchten Bundesländer“ nach Verberg gemacht.

Eine erstaunliche Stimmenvielfalt in einer einzigen Person sorgte für spontanen Zwischenapplaus, anerkennende Pfiffe oder staunende Stille im Saal: Ulrike Oostermann imitiert locker und überzeugend im Zwei-Minuten-Takt unverkennbare Gesangskollegen von Louis Armstrong über Maria Callas, Vicky Leandros, Janis Joplin bis zu Heintje. Bei Nenas „99 Luftballons“ rockte der Saal wieder, als hätte er nur auf seinen Einsatz gewartet.

Professionell sportlich und akrobatisch war dann der Auftritt der Großen Garde der Verberger, die es den Gästen vormachte, wie man aus Tanzen einen flotten Leistungssport machen kann. Aber das Publikum darf sich nach dieser Kostümsitzung auch mindestens einen Besuch im Fitnessstudio sparen!

Übrigens hat der „Karneval total verrockt“ nicht nur junge Leute begeistert, auch die Vertreter der Generation Fünfzig plus zeigten sich fit in mehr Disziplinen als nur dem Schunkeln. Rock, Twist und Freistil-Tanzen waren auch ihre Sache.

Bei den Kalla Männekes macht Verwaltungsstellenleiter den Doll

In gewohnt kleiner Runde und überaus gemütlicher Atmosphäre lud die KG Kalla Männekes zur Karnevalssitzung ins Vereinslokal Münks auf der Seidenstraße ein. Musik und Tanz standen bei diesem karnevalistischen Programm klar im Vordergrund.

Angeleitet von der KG Uzvögel, die eine Reise quer durch die Hitparaden dieser Welt boten, wurde auf der Bühne und im Publikum fleißig gesungen und geschunkelt. Kalla-Männekes-Vorsitzende Claudia Wimmers, die das Programm organisiert hatte, dankte Uzvögel-Präsident Manfred Albers für die kurzweilige Unterhaltung, bevor die Krefelder Fanfaren „Happy Sound“ bei Münks einzogen und die Räume der Gaststätte fast aus den Nähten platzen ließen.

Vorzeitiger Höhepunkt des Abends war für die zum Teil verkleideten Jecken der Besuch des Uerdinger Prinzenpaares Anke I. und Torsten I., die sich mit dem St.Töniser Prinzenpaar Melanie I. und Torsten I. fast die Klinke in die Hand gaben. Auch bei den weiteren Programmpunkten wurde viel gelacht: Der Hülser Thomas Pluschkell, seines Zeichens Dr. humoris causa und Leiter der Verwaltungsstelle Nord, unterhielt als „Der kleine Doll“ und machte die kleine Sitzung denn auch endgültig zu einer richtig ausgelassenen Karnevalsveranstaltung. Zu den närrischen Klängen der heimischen „Krähenfelder“ wurde dann noch lange weiter gefeiert.

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