Wenn Kinder und Jugendliche sich nicht an gesellschaftliche Spielregeln halten, ist die Empörung groß. Pubertierende Jungen und Mädchen, die auf der Straße abhängen und pöbelnd um Aufmerksamkeit kämpfen, sind vielen ein Gräuel. Doch wo sollen sie hin? Wer zeigt ihnen Alternativen auf?

Jugendzentren sind eine gute Anlaufstelle - vorausgesetzt, sie sind personell und strukturell gut ausgestattet. Seit längerem gibt es in Krefeld zwischen der Stadt und den Trägern einen regelmäßigen Dialog zur Wirksamkeit der Jugendarbeit. Dabei gibt es für jeden Bezirk klare Vorgaben, wie viel Prozent der dort lebenden Kinder mit den speziellen Angeboten erreicht werden sollen.

Die Krux ist nur, dass viel zu wenig Geld für das nötige Personal zur Verfügung gestellt wird. Stattdessen werden einzelne Projekte gefördert. Wie soll ein Einzelner beispielsweise in Dießem täglich über 100 Kinder und Jugendliche mit einem anspruchsvollen pädagogischen Angebot erreichen?

Im Gegensatz zum Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz und der Festlegung von Gruppenstärken in Kindergarten und Schule gibt es in Deutschland bislang noch keine verbindliche Verpflichtung für die Kommunen zum Betrieb von Jugendheimen. Das muss sich endlich ändern, wenn die Politik es denn wirklich ernst meint mit der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen.

 

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