Im Familienzentrum Dreikäsehoch des Kinderschutzbundes gibt’s statt Vanillekipferl und Zimtsterne herzhafte Kartoffel-Kekse.

Im Familienzentrum Dreikäsehoch des Kinderschutzbundes gibt’s statt Vanillekipferl und Zimtsterne herzhafte Kartoffel-Kekse.
Wenn die Kochmütze zu groß ist, geht’s auch, ohne zu gucken.

Wenn die Kochmütze zu groß ist, geht’s auch, ohne zu gucken.

Wenn die Kochmütze zu groß ist, geht’s auch, ohne zu gucken.

Herzhaft statt süß: Die kleinen Backprofis vom Familienzentrum Dreikäsehoch (v.l.) Constantin, Klara, Tom und Thies machen weihnachtliche Kartoffel-Plätzchen.

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Wenn die Kochmütze zu groß ist, geht’s auch, ohne zu gucken.

Krefeld. Wer Plätzchen backen will, der braucht nicht nur die passenden Zutaten und natürlich das richtige Werkzeug zum Ausstechen, sondern auch ein angemessenes Outfit. Und so schnibbeln und stechen Constantin, Tom, Klara und Thies in der provisorischen Weihnachtsbäckerei wie die Profis in ihren Schürzen und den selbstgebastelten weißen Kochmützen aus Papier. Statt der Eier und Milch, Zucker und Mehl, Vanille und Zimt liegen im Familienzentrum Dreikäsehoch aber ein Haufen dicker Kartoffeln, Curry, Salz und Paprikapulver neben Rosmarinzweigen auf dem Tisch. „Wir haben in den letzten Wochen schon so viel Süßes gegessen, dass es jetzt mal etwas Herzhaftes sein soll“, sagt Kita-Leiterin Elke Himmelein. Weihnachtliche Kartoffel-Plätzchen stehen im Rezeptbuch.

Der vierjährige Tom ist skeptisch. Ist das nicht doch ein Missverständnis, oder ist das wirklich kein Zucker in dem Salzstreuer vor ihm? Der Geschmackstest soll Aufschluss bieten: Süß schmecken die kleinen weißen Krümel, die aus dem Streuer auf Toms Hand und dann in seinem Mund landen nicht – eher „sauer“, findet der Vierjährige – und verzieht keine Miene. Probieren, anfassen und riechen ist ausdrücklich erwünscht, um das Backen mit allen Sinnen zu begreifen, „zu erfahren, wie fettig Öl wirklich ist“, sagt Elke Himmelein. Oder wie anders Paprika und Curry im Vergleich zu Zimt oder Vanille riechen. Und schmecken.

Natürlich geht es beim Plätzchenbacken in der Kita auch um Traditionen. „Es gehört doch zu Weihnachten, dass es überall duftet“, findet Elke Himmelein. Und wenn die Kinder dabei noch etwas lernen können, umso besser. Zum Beispiel, dass die Kartoffel, aus der hier Sternschnuppen, Tannenbäume und Herzen werden, „die rote Laura“ heißt. „Die Kinder möchten aktiv sein, beim Backen kann man sie stark einbinden, und sie bestärken, in dem, was sie können.“ Constantin (3) und Tom beweisen echte Ausdauer und großes Talent beim Kartoffelschälen, Klara (3) kann auch blind Herzen daraus austechen, wenn die Mütze mal wieder zu tief ins Gesicht rutscht und der vierjährige Thies taucht den Pinsel wie ein kleiner Künstler ins Öl, bevor er die ausgestochenen Kartoffel-Plätzchen damit bestreicht. Und als Tom dann auch noch „Jingle Bells“ anstimmt, ist die Weihnachtsstimmung perfekt – auch wenn die Plätzchen später eher nach Pommes als nach Zimtsternen schmecken. Die WZ wünscht guten Appetit!

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