Das riesige Klinikgelände macht ständige Touren von A nach B nötig. Alles muss perfekt ineinander greifen.

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Um Chaos im Klinikum zu vermeiden, muss das Transportwesen funktionieren, muss jeder Handgriff sitzen: Hier schiebt Gruppenleiter Michael Platten ein Bett in einen Krankentransportwagen.

Um Chaos im Klinikum zu vermeiden, muss das Transportwesen funktionieren, muss jeder Handgriff sitzen: Hier schiebt Gruppenleiter Michael Platten ein Bett in einen Krankentransportwagen.

Andreas Bischof

Um Chaos im Klinikum zu vermeiden, muss das Transportwesen funktionieren, muss jeder Handgriff sitzen: Hier schiebt Gruppenleiter Michael Platten ein Bett in einen Krankentransportwagen.

Krefeld. Es ist eigentlich alles ganz einfach. Hat ein Mensch extreme Beschwerden, geht er ins Krankenhaus, um sie kurieren zu lassen. Nach seinem Eintreffen kümmern sich Schwestern und Ärzte um alles Weitere. Damit die medizinische Heilkunst jedoch wirklich effizient ausgeübt werden kann, wird im Helios-Klinikum wie anderswo auch ein großer Verwaltungsapparat betrieben, in dem die einzelnen Komponenten sicher ineinander greifen müssen.

13 Angestellte und 29 Zivis sind für die Transporte zuständig

Ein Beispiel sind die Krankentransporte. "Dass der bettlägrige Patient stets pünktlich am richtigen Ort eintrifft, ist eine Herausforderung. Ohne die richtige Koordinierung würde der ganze Tagesablauf im Krankenhaus zusammenbrechen", sagt Marina Dorsch, Pressesprecherin des Helios-Klinikums. Klaus Kellermann ist der zuständige Mann, der Leiter Transportwesen. Er sorgt mit 13 Angestellten und 29 Zivildienstleistenden, mit 27 Blackberry-Handys, acht Bettenfahrzeugen und der richtigen Computer-Software für die Touren von A nach B.

Beispiel: Wenn ein Patient von der internistischen Notaufnahme in die Chirurgie muss, ist ein Transport mit dem Wagen unerlässlich. Die veraltete Pavillonbauweise der früheren städtischen Krankenanstalten macht viele Fahrten notwendig. Sie müssen klappen, sonst ist das Chaos perfekt. Die Zahlen machen den Aufwand deutlich. "Im vergangenen September haben wir genau 12371 Fahrten absolviert", erzählt Kellermann. "Am 16. November beispielsweise waren es exakt 766."

Es sind keine großen "Ausflüge", die die Patienten auf dem Gelände erleben. "Die längste Fahrt mit rund 500 Metern führt wohl von der Kinderklinik in die Chirurgie. Von der Angiologie zur Intensivmedizin sind es zwanzig Meter. "Die Fahrzeuge verbrauchen 30 bis 35 Liter auf hundert Kilometer", erläutert der Chef des Transportdienstes. Zwei neue Wagen sind im Einsatz. "Sie sind jetzt auch gefedert", freut er sich für die Passagiere. "Die Patienten bringen die Fahrt festgeschnallt und gesichert im Bett hinter sich."

An einen Computerausfall mögen die Verantwortlichen gar nicht denken

Die Koordinierung verläuft online nach einem festgelegtem Fünf-Punkte-Schema. "Nachdem die Verantwortlichen der Station in der Leitstelle ein Auto für einen Patienten angefordert haben, nimmt der Fahrer die Fahrt per Telefon-Mail an. Von einem der Sammelparkplätze auf dem Klinikgelände fährt er zur Station, lädt den Patienten ein, beginnt die Fahrt und übergibt den Kranken in der Zielstation."

Die Leitstelle ist täglich von 7 bis 20 Uhr besetzt. Zu den anderen Zeiten wird keine Mail per Blackberry an den Fahrer geschickt, es wird - ganz herkömmlich - telefoniert. Die Leitstelle für das Transportwesen befindet sich im Eingangsbereich des Klinik-Geländes.

Neben den bettlägrigen Patienten müssen auch leere Betten, Rollstühle oder Tragen transportiert werden. Es werden im Schnitt täglich 50 Not- und knapp 100 dringende Fälle gefahren.

Dass der Computer einmal ausfallen könnte, daran mag Kellermann nicht denken; zumal nicht nur Kranke transportiert werden. Schnellschnitte oder Gewebeproben, die ohne Zeitverzug zur Untersuchung in die Pathologie oder ins Labor müssen, werden ebenso gefahren. Dorsch: "Wenn Medikamente an anderer Stelle benötigt werden, kommen meist die Fahrradkuriere zum Einsatz. Sie benutzen Dreiräder, die mit einem großen Behälter ausgerüstet sind."

Wenn in einigen Jahren das neue Klinikgebäude fertig ist, werden die meisten Fahrten überflüssig, da sich dann viele Kliniken unter einem Dach befinden. "Wir könnten dann vielleicht Fahrten im Anschluss an einen Krankenhaus-Aufenthalt nach Hause anbieten oder Transporte zwischen Krankenhäusern in der Region", lautet eine Überlegung im Haus.

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