Für Menschen ohne Krankenversicherung zahlt das Sozialamt den Arztbesuch.

Die Gruppe der Nicht-Versicherten ist nicht homogen, die Krankheitsbilder variieren.
Die Gruppe der Nicht-Versicherten ist nicht homogen, die Krankheitsbilder variieren.

Die Gruppe der Nicht-Versicherten ist nicht homogen, die Krankheitsbilder variieren.

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Die Gruppe der Nicht-Versicherten ist nicht homogen, die Krankheitsbilder variieren.

Krefeld. In Deutschland gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 137 000 Menschen, die keine Krankenversicherung haben. Wie hoch der Anteil der Nicht-Versicherten in Krefeld liegt, ist nicht bekannt. Angelika Peters, Pressesprecherin der Stadt: „Es liegen weder Zahlen noch Schätzungen vor, wie viele Menschen ohne Krankenversicherung sind.“

Liegt kein Notfall vor, wird die Behandlung eventuell verweigert

Allerdings gibt es Zahlen darüber, wie viel Geld das Sozialamt für Menschen ohne Krankenversicherung ausgibt. Peters: „Die Kosten der Krankenbehandlung aus Sozialhilfemitteln betrugen im Jahr 2013 rund 3,8 Millionen Euro.“ Hinzu kämen noch einmal etwa 660 000 Euro für die Behandlung von Asylbewerbern. Insgesamt sei die Zahl der Personen, bei denen das Sozialamt für die Behandlungskosten aufkomme, rückläufig: „Dies gilt nicht für den Personenkreis der Asylbewerber. Hier ist mit einer Steigerung zu rechnen.“

Beim Helios-Klinikum verzeichnet man hingegen eine generelle Zunahme von Patienten ohne Krankenversicherung. Konkrete Zahlen vermag Pressesprecherin Marina Dorsch allerdings nicht zu nennen: „Das ist schwierig zu beziffern.“ Zudem sei die Gruppe der Betroffenen nicht homogen und die Krankheitsbilder würden variieren: „Die Spanne reicht von Nasenbrüchen über Hirnblutungen bis hin zu Krebs. Auch Entbindungen sind regelmäßig darunter.“

Die Behandlungskosten für diese Patienten seien „in der Summe nicht unwesentlich“, der Aufwand, die Kosten nachträglich erstattet zu bekommen, sei erheblich – und laufe dennoch häufig „ins Leere“.

Trotzdem, betont Dorsch, sei der Versicherungsstatus der Patienten bei Notfällen zweitrangig. Nur wenn ein Arzt bei einer Untersuchung einen Notfall ausschließen könne, werde dem nicht-versicherten Patienten die Behandlung gegebenenfalls verweigert: „Um auch in diesem Bereich Angebote sicherzustellen, unterstützt Helios das Medi-Mobil.“

Die rollende Arztpraxis steht unter der Trägerschaft der Diakonie Krefeld-Viersen und des Caritasverbandes für die Region Krefeld. Heidrun Schleiminger, Sekretärin in der Geschäftsstelle der Caritas, bestätigt, dass Nicht-Versicherte, bei denen kein Notfall vorliegt, am Medi-Mobil behandelt würden.

Sie weist aber auch auf die eigentliche Zielgruppe des Medi-Mobils hin: „Das sind zunächst einmal die Obdachlosen, schließlich sind die Kapazitäten begrenzt.“

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