Der Tod von Imam Sevket Zengin löst in muslimischen, christlichen und jüdischen Kreisen Trauer und Ratlosigkeit aus.

Im Gespräch (von links): Mehmet Demir, Vorsitzender der Union islamischer Vereine, Feridun Demiral, Vorsitzender des Trägervereins der Merkez-Moschee, und Imam Sevket Zengin.
Im Gespräch (von links): Mehmet Demir, Vorsitzender der Union islamischer Vereine, Feridun Demiral, Vorsitzender des Trägervereins der Merkez-Moschee, und Imam Sevket Zengin.

Im Gespräch (von links): Mehmet Demir, Vorsitzender der Union islamischer Vereine, Feridun Demiral, Vorsitzender des Trägervereins der Merkez-Moschee, und Imam Sevket Zengin.

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Im Gespräch (von links): Mehmet Demir, Vorsitzender der Union islamischer Vereine, Feridun Demiral, Vorsitzender des Trägervereins der Merkez-Moschee, und Imam Sevket Zengin.

Krefeld. Auch eine Woche nach dem Tod von Imam Sevket Zengin (die WZ berichtete) herrschen Bestürzung und Ratlosigkeit in muslimischen, christlichen und jüdischen Kreisen. Der Geistliche war nach einem Herzinfarkt im Alter von nur 61 Jahren verstorben.

Er fungierte seit 1978 in der zentralen Merkez-Moschee an der Viersener Straße als geistliches Oberhaupt. Zengin war in der Krefelder Öffentlichkeit als ein Mensch bekannt, der sich aktiv für den Dialog zwischen den Religionen einsetzte. Er hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder.

Zengins Bedeutung für Krefeld könne nicht überschätzt werden

Der Verstorbene war einer der Träger der Initiative zum christlich-islamischen Dialog, „Tarik – der Weg“. Dort arbeitete er eng mit dem Dialog-Gründer Franz Josef Frigger zusammen.

Frigger war früher Lehrer an der Marienschule. „Die Bedeutung, die Herr Zengin für die Stadt Krefeld hatte, kann nicht überschätzt werden. Er war eine bedeutende Persönlichkeit. In seiner Gemeinde war er hoch respektiert“, sagt Frigger. „Mit einer natürlichen Autorität verband er große Herzlichkeit und Gastfreundschaft, sicheres Urteilsvermögen, Offenheit und weites Denken. Er war ein ausgleichender, versöhnender Mensch und treuer Freund.“

Integration der Türken als zentrales Anliegen

Der Imam unterstützte aber über diesen Dialog hinaus auch die Bestrebungen, die jüdische Gemeinde in ein überkonfessionelles Gespräch mit einzubeziehen. Ein weiteres zentrales Anliegen war für Zengin die Integration seiner türkischen Landsleute in die deutsche Gesellschaft.

Zur Rolle der Moscheen für Muslime stellte der Imam fest: „Die Moschee dient zur besseren Verständigung der Menschen untereinander, fördert Gemeinsamkeiten und Gemeinschaften, dient zur Erhaltung des irdischen Friedens. Wer eine Moschee zweckentfremdet, wird geächtet, und diese Häuser dürfen auch nicht mehr als Moscheen dienen. In Gotteshäusern dürfen auch die dort Verantwortlichen keine anderen Zwecke als das Gebet verfolgen. Politische oder wirtschaftliche Zwecke sind ausgeschlossen.“

Hier setzte er sich besonders für das Erlernen der Sprache als Grundlage der Integration ein. Der Imam war eine weit über Konfessions- oder Parteigrenzen hinweg geschätzte Persönlichkeit, ein verlässlicher Partner und Freund.

Mehmet Demir, Vorsitzender der Union islamischer Vereine, stellt fest: „Der plötzliche Tod hinterlässt eine nicht zu füllende Lücke. Ich persönlich verliere meinen Lehrer und einen meiner engsten Berater. Er hat uns sein ganzes Leben lang die Harmonie und das friedliche Miteinander gepredigt. Von ihm haben wir das Lieben und Leben gelernt. Er war immer das bindende Glied und für uns in vielen Angelegenheiten der Fels in der Brandung.“

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Ulrich Hahnen äußerte sich bestürzt über den Tod eines Freundes. „Das ist ein großer Verlust für alle, die ihn kannten. Er war einer unserer wichtigsten Mitstreiter in Fragen der Integration“, sagt Hahnen. „Zengin war ein Mittler zwischen den Menschen mit Wurzeln im Ausland und uns Deutschen. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und den Kindern.“